Fernsehen 13 neue Folgen von «Der Dicke» n der ARD

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13 neue Folgen von «Der Dicke» n der ARD Bild: dpa

Hamburg - «Der Dicke» ist wieder im Einsatz. Seit 2005 gehört er als fester Bestandteil zum Serienrepertoire der ARD am Dienstagabend. Hauptdarsteller Dieter Pfaff (64) überrascht die Langlebigkeit der Produktion nicht.«Es sind kluge Geschichten von kleinen Leuten mit nachvollziehbaren Problemen und Sorgen, die mit viel Humor dargestellt werden», sagt er über die Serie, die an diesem Dienstag (20.15 Uhr) mit neuen Episoden startet.

«In gewisser Hinsicht erzählen wir Märchen. Aber nicht nur Kinder brauchen Märchen. Wir Erwachsenen ebenso.»

So bricht denn Anwalt Ehrenberg auf, als guter Mensch diese schlechte Welt etwas weniger schlecht zu machen: Die alte Dame soll ihre Wohnung räumen. Das muss sie nun nicht, dem Dicken sei Dank. Und die Heranwachsende braucht sich weder für Vater noch für Mutter zu entscheiden, als die Kleine den ewigen Rosenkrieg satt hat.

Ehrenberg steht bereit. Quadratisch, praktisch, gut. Und ohne Sehnsucht nach Zeiten, da er noch der hoch honorierte Star-Anwalt war. Das hat er mal gehabt, das liegt hinter ihm. Jetzt fühlt er sich in seiner kleinen Kiez-Kanzlei sauwohl. Und Pfaff fühlt sich der Kunstfigur durchaus seelenverwandt: «Das bleibt ja bei einer Serie oder Reihe, anders als bei einem 90-Minuten-Einzelstück, nicht aus, dass man die Figur zu sich rüber zieht und sie so zu einem Teil seiner selbst macht.»

Schon in einem Punkt weiß er sich mit ihm sehr ähnlich: «Das ist einer, der sich selbst nicht so wichtig nimmt und gerade deshalb eine besondere Kraft entfaltet, anderen zu helfen.» Diese Hilfsbereitschaft anderen und eigentlich ganz Fremden gegenüber geht allerdings in der neuen Staffel reichlich weit. Dort taucht erstmals sein Vater auf. Den zeichnen deutliche Symptome von Demenz. Der Herr Sohn sieht das einfach nicht. Pfaff seufzt: «Weil er eben sich selbst und sein Privatleben nicht so ernst nimmt. Er definiert sich ganz über die Menschen, denen er beizustehen versucht, und vernachlässigt darüber seine ureigenen Belange.»

Auch Kanzlei-Kollegin Isabel von Bredel, seit letzter Staffel dabei, bekommt in den neuen Folgen Familienzuwachs. Hier stellt sich die Frau Mutter ein. Isabel-Darstellerin Sabine Postel, die sich bei dem mehr komödiantischen «Dicken» von den finsteren Mord- und Totschlaggeschichten ihrer Inga Lürsen im Bremer «Tatort» erholt, sagt: «Ich hatte anfangs Schwierigkeiten mit dem Juristen-Kauderwelsch, das mir noch immer nicht sehr geläufig über die Zunge geht, auch wenn man daraus ganz hübsche komische Wirkungen herausholen kann. Im übrigen ist der Schauspieler dem Anwalt gar nicht so unähnlich. Oft genug muss er sich für Dinge einsetzen, die mit ihm selbst kaum etwas zu tun haben.»

Eine ganze Menge hat mit ihr das Liebeswerben eines gewissen Matuschek zu tun. Der, von Uwe Bohm mit seidenweichem Charme gespielt, umwirbt die spröde, manchmal zickige Aristokratin auf Teufel komm heraus, und auch sie kann sich seiner Halbwelt-Faszination nicht ganz entziehen. «So was kommt ja vor, dass gerade sehr gebildete Frauen auf solche Typen hereinfallen», meint Postel. Und gerade die Szene, wo sich Strizzi und Lady für eine Nacht in Liebe finden, hatte ihr besonderen Spaß gemacht. Ehrenberg war weniger amüsiert, darf er doch der nur heimlich verehrten Isabel seine Leidenschaft nie eingestehen. Aber vielleicht ändert sich das ja noch in der fünften Staffel. Autor Thorsten Näter schreibt schon eifrig an den Büchern.

news.de/dpa

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