Fernsehen Donna Leon: Schöner Schein

Donna Leon: Schöner Schein (Foto)
Donna Leon: Schöner Schein Bild: dpa

Berlin - Commissario Guido Brunetti langweilt sich. Seine Frau und er müssen bei seinem adligen Schwiegervater antanzen - eine lästige gesellschaftliche Pflichtübung für den venezianischen Gangsterjäger, doch Brunetti (Uwe Kockisch) beugt sich der Bitte seiner Frau Paola (Julia Jäger).

Und so sitzt er an der Abendtafel und muss Fragen beantworten wie: «Ist heute jemand ermordet worden?» - «Nein», gibt Brunetti knochentrocken zurück. «Aber der Abend ist ja noch nicht zu Ende.»

In der Tat: Während der Polizist isst und trinkt, ereignet sich ein Stück weiter in einer Villa ein Mord. Der Spediteur Ranzato (Holger Botha) wird durch zwei Schüsse niedergestreckt. Alle Anzeichen deuten auf einen Raubmord. Zu dieser Stunde weiß Brunetti noch nicht, dass das ehrenwerte Ehepaar Cataldo, gespielt von Esther Schweins und Michael Mendl und auch beim Schwiegervater zu Gast, in die üble Geschichte verwickelt ist.

Zu Frau Cataldo, neben der er zum Unbehagen seiner Frau Platz genommen hat, fühlt sich Brunetti auf merkwürdige Weise hingezogen. «Werden Sie auch gegen Ihren Willen hier festgehalten?», fragt Brunetti seine Tischnachbarin. «Ja. Die Geschäfte», antwortet Franca Cataldo. «Und Sie?» Brunetti: «Der Ehevertrag.» Und so hat Brunetti gleich zu Beginn des Donna-Leon-Krimis «Schöner Schein», an diesem Samstag (20.15 Uhr) in der ARD zu sehen, eine der Schlüsselfiguren im Mordfall Ranzato kennengelernt.

Spediteur Ranzato unterhielt muntere Geschäftsbeziehungen mit Maurizio Cataldo. Dabei ging es um die illegale, aber gewinnbringende Entsorgung von Müll. Zu Brunettis Überraschung handelt auch sein Schwiegervater, der Conte Falier (Peter Fitz), mit Cataldo, von dem alle Wege zur Mafia führen, zunächst zum angeblichen Obsthändler Antonio Barbaro (Marc Hosemann). Nicht nur der Müll stinkt zum Himmel: Barbaro hat sich Franca Cataldo als Geliebte genommen. Und ehe sich Brunetti versieht, hängt er selber knietief in dem Fall.

Hauptdarstellerin Esther Schweins ist in der jüngsten Vergangenheit häufiger in Krimis zu sehen. Woran liegt das? «Es werden einfach wahnsinnig viele Krimis gemacht», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. «Es hat so eine Renaissance.» Sie kenne viele Leute, die ganz traditionell immer sonntags «Tatort» guckten. Zu denen gehöre sie jedoch nicht.

Im «Donna Leon»-Krimi hat sie laut Buch einige Gesichts-Operationen hinter sich und guckt mit dementsprechend leicht verzerrter Mine in die Kamera. «Ich finde mein Gesicht heute viel jünger als vor 20 Jahren», sagt die 41-Jährige über sich. «Noch bin ich in mir selbst zu Hause. Sollte das aber eines Tages nicht mehr so sein, werde ich mir als allererstes meine Augenlider liften lassen, wenn ich finde, das macht mich jetzt aber unglücklich.»

Trotz des zwischenzeitlich wegen einer finanziellen Schieflage verhängten Produktionsstopps bei der ARD-Filmtochter Degeto geht es mit den Donna-Leon-Verfilmungen weiter, wie eine Degeto-Sprecherin sagte. Im Herbst wird der Krimi «Auf Treu und Glauben» inszeniert.

news.de/dpa

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