Fernsehen Titanic

Berlin - In der Nacht vom 14. auf den 15. April vor exakt 100 Jahren ereignete sich eine der größten Katastrophen der zivilen Schifffahrt - die bekannteste ist sie bis heute geblieben: Der Untergang des Luxusliners «Titanic» im Jahr 1912 wurde in unzähligen Filmen und Büchern beschrieben, analysiert und dramatisiert.

Titanic (Foto)
Titanic Bild: dpa

Zum 100. Jahrestag kommt nicht nur der James-Cameron-Blockbuster mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet als 3D-Version erneut ins Kino, auch zahlreiche TV-Dokumentationen sowie ein Fernseh-Mehrteiler rollen die Katastrophe noch einmal auf.

Der Digitalsender ZDFneo nähert sich dem Phänomen mit dem britisch-deutschen Vierteiler «Titanic», der an diesem Wochenende (Samstag und Sonntag, 20.15 Uhr) jeweils in Doppelfolgen läuft. Nach den Drehbüchern des Oscar-Preisträgers Julian Fellowes («Gosford Park») haben der britische Privatsender ITV und das ZDF eine klassische historische Miniserie in Szene gesetzt - schön ausgestattet, gut besetzt, aber auch etwas bieder.

Die vier jeweils 45-minütigen Folgen lassen sich Zeit für die Geschichte - für heutige Sehgewohnheiten manchmal etwas zu viel Zeit. Die erste Episode nimmt sich der ersten Klasse an, ihrer Passagiere und Angestellten - mit all ihrem Standesdünkel, ihren kleinen Geheimnissen und Problemen. In der zweiten Folge lernt der Zuschauer die zweite und dritte Klasse kennen, danach die Besatzung und im letzten Teil geht es um den Untergang selbst - auch wenn die Katastrophe bereits in den ersten Episoden in das gemächliche Leben an Bord bricht.

Es ging den Machern dabei offensichtlich weniger um die technischen Details der Katastrophe, die seemännischen Fehler und Reederei-Versäumnisse, auch wenn diese nicht ausgespart werden. Der Fokus liegt vielmehr auf den gesellschaftlichen Verhältnissen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs: der Graben zwischen britischem Standesdenken und amerikanischem Freidenken, die latente und häufig auch offene Fremdenfeindlichkeit, die klare Abgrenzung zwischen unten und oben - die sich auf dem Schiff auch bildlich fassen lässt: oben wohnen die Reichen, unter Deck die Armen.

Im Anschluss an die Fiktion sendet ZDFneo jeweils die zweiteilige «Terra X»-Dokumentation «100 Jahre nach der Katastrophe». Der Film von Katja Schröder und Peter Pippig widmet sich vor allem dem tragischen Moment der Katastrophe, den Schicksalen der Opfer und Überlebenden.

Zeitgleich zum TV-Mehrteiler zeigt Arte am Samstag ab 20.15 Uhr die Reportage «Die letzten Geheimnisse der Titanic» mit Bildern des Tiefseetauchers Paul-Henri Nargeolet, der als «Titanic»-Experte an zahlreichen Expeditionen zum Unglücks-Wrack teilnahm. Der Privatsender Tele 5 lässt hingegen im B-Movie «Titanic II» das Schwesterschiff des Originals untergehen.

news.de/dpa

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