Fernsehen Die Klavierspielerin

Hamburg - Michael Haneke und Elfriede Jelinek: Diese beiden Köpfe der österreichischen Kulturszene stehen seit Jahren für kompromisslose Themen und Provokation, für das grelle Ausleuchten psychischer Abgründe.

Die Klavierspielerin (Foto)
Die Klavierspielerin Bild: dpa

Mit seinem Film «Die Klavierspielerin» (3sat, 22.25 Uhr) hat der Regisseur Haneke jenes Buch der Autorin Jelinek fürs Kino umgesetzt, das für immer mit dem Etikett «Skandalroman» behaftet sein wird. Doch herausgekommen ist keine Pornografie für Intellektuelle, sondern ein ergreifendes Kunstwerk über eine Frau, die ihr Begehren nur als verzweifelte Perversion leben kann: Eine große und herausfordernde Rolle für Frankreichs Star Isabelle Huppert.

Die Story erzählt von der Klavierlehrerin Erika, die auch mit 40 Jahren unter dem strengen Regiment ihrer extrem ehrgeizigen Mutter (Annie Girardot) lebt. Die Mutter kontrolliert die Tochter total. Die Tochter gehorcht äußerlich. Sie flieht aber in geheimen Voyeurismus und masochistische Selbstverletzungen - eine Art der Rebellion gegen den Kontrollverlust über ihre eigenen Gefühle und ihren Körper. Die Eskalation ist vorhersehbar, als sich ein attraktiver und ungewöhnlich selbstbewusster Schüler in Erika verliebt. Sie wehrt ihn nicht wirklich ab, sondern versucht, ihm ihre sado-masochistischen Bedingungen zu diktieren. Eine zerstörerische gegenseitige Verführung und ein wahnsinniger Kampf um Selbstbehauptung, Macht und Unterwerfung beginnen.

news.de/dpa

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