Fernsehen Schächter spricht sich für Digitalprogramme aus

Schächter spricht sich für Digitalprogramme aus (Foto)
Schächter spricht sich für Digitalprogramme aus Bild: dpa

Mainz - Der scheidende ZDF-Intendant Markus Schächter hält die Digitalkanäle des Senders trotz Kritik für notwendig.

«Die drei Digitalkanäle ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Wir gehen davon aus, dass sie beträchtlichen Zuwachs durch das Abschalten des analogen Signals bekommen werden», sagte der 62-Jährige in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. «Für das ZDF sind die Digitalkanäle ein Geschenk des Himmels, für die ARD sind sie nicht so essenziell.»

Damit wandte sich Schächter gegen Vorschläge des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), der Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder ist. Beck hatte in einem Interview im Dezember ins Spiel gebracht, dass ARD und ZDF jeweils ihre digitalen Infokanäle und Kulturkanäle aufgeben und dafür Phoenix sowie Arte und 3sat stärken sollten.

Schächter will neben den drei Digitalkanälen auch am Kultursender 3sat festhalten. «3sat steht nicht zur Disposition und wird es auch noch in zehn Jahren geben. Das ist das Kulturprogramm der drei Länder Deutschland, Schweiz, Österreich.» Er betonte zugleich: «Wir wissen aber auch, dass wir Prioritäten bei unseren Angeboten setzen und sparen müssen.» Am 15. März übernimmt Programmdirektor Thomas Bellut das Ruder von Schächter als Intendant.

Im Konflikt um die kostenlose «Tagesschau»-App für Smartphones und Tablet-Computer rechnet Schächter bald mit einem Kompromiss. «ARD, ZDF und der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) werden noch im Frühjahr eine gemeinsame Erklärung abgeben. Wir werden aber nicht hinter die Position des ZDF-Fernsehrats zurückgehen. Die Online-Angebote des ZDF sind sehr stark vom Bewegtbildangebot geprägt und unterscheiden sich dadurch sehr von denen der Verleger.»

Trotz des drastischen Spardrucks will das ZDF keinem Mitarbeiter kündigen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) fordert von dem Sender, 75 Millionen Euro bis 2016 einzusparen. «Die Vorgaben der KEF haben uns wie ein Hagelschlag getroffen», sagte Schächter. «Aber wir werden das umsetzen und bis 2016 rund 300 Mitarbeiter weniger haben. Wir schaffen das ohne betriebsbedingte Kündigungen.»

Markus Schächter

Thomas Bellut

news.de/dpa

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