Facebook-Ausfall Abhängig oder nicht?

Facebook war am Morgen erst komplett offline, dann nur noch teilweise. Der großflächige Ausfall zeigt, wie problematisch die Marktmacht des Sozialen Netzwerks sein kann. Denn auch zahlreiche große Firmen und Behörden setzen auf Facebook.

Facebook (Foto)
Wer Facebook auf dem Smartphone nutzt, war klar im Vorteil. Bild: dpa

Der stundenlange Ausfall des Sozialen Netzwerks Facebook in Deutschland und Österreich hat in erster Konsequenz viele Millionen Nutzer verärgert. Doch auch zahlreiche Firmen und Behörden sind durch die nicht geplante Auszeit des Unternehmens betroffen. Das zeigt, dass einige grundsätzliche Fragen im Umgang mit den weitreichenden Funktionen von Facebook noch unbeantwortet sind.

Einige Online-Dienste haben beispielsweise die hauseigenen Kommentarfunktionen vollständig an das Soziale Netzwerk ausgelagert. So ging mit stern.de eines der zehn größten deutschen Nachrichtenportale im Herbst 2010 Schritt für Schritt eine Kooperation mit Facebook ein, indem es seine Nutzerkommentare ausschließlich über das Soziale Netzwerk laufen ließ. Der Effekt am Mittwochmorgen: Für diejenigen stern.de-Nutzer, für die Facebook nicht erreichbar war, waren auch die Wortmeldungen der Leser nicht verfügbar.

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Auch der Branchendienst DWDL musste zeitweise beziehungsweise teilweise auf seinen Seiten auf die Kommentare seiner Nutzer verzichten, die sich ausschließlich über Facebook-Kommentare zu Wort melden können. Weniger problematisch, aber auch folgenreich ist die millionenfache Einbindung der Facebook-Funktionen auf vielen Webseiten. Da der Facebook-Ausfall auch diese Funktionen betraf, stiegen die Ladezeiten für die betroffenen Webseiten an. So wurden auch news.de-Seiten bei betroffenen Nutzern nicht abschließend geladen, weil die Verbindung zu den Facebook-Optionen unterbrochen war.

Einige Onlinedienste sehen sich noch größeren Problemen ausgesetzt. So berichtet netzwertig.com davon, dass die Webseiten einiger Start-Up-Unternehmen während der Ausfallzeit überhaupt nicht erreichbar waren, weil sie die Anmeldung via Facebook verpflichtend gemacht haben.

Die Störung sollte zwar laut Unternehmensangaben am späten Vormittag behoben sein, doch auch am frühen Nachmittag ebbte die Flut an Ausfall-Nachrichten über andere Soziale Netzwerke nicht ab. Lediglich über mobile Endgeräte war Facebook nur für kurze Zeit am frühen Morgen nicht erreichbar.  Facebook gilt bislang als sehr stabiles Netzwerk, dessen Verfügbarkeit von Experten mit weit über 99 Prozent angegeben wird.

roj/news.de

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