Musik Craig Finns Tage im Outback

Craig Finns Tage im Outback (Foto)
Craig Finns Tage im Outback Bild: dpa

Der Sänger von The Hold Steady nutzte die letzte Sommerpause für ein Debüt-Soloalbum. In der Hitze von Austin, Texas nahm sich Craig die Einsamkeit zum Thema und beschrieb Menschen, die weiter für den Glauben an sich selbst kämpfen.

Berlin (dpa) - Der Sänger von The Hold Steady nutzte die letzte Sommerpause für ein Debüt-Soloalbum. In der Hitze von Austin, Texas nahm sich Craig die Einsamkeit zum Thema und beschrieb Menschen, die weiter für den Glauben an sich selbst kämpfen.

Alles hatte damit angefangen, als der aus New York stammende Craig Finn damit begann, seine für die Band untypischen Songs auf Festplatte zu sammeln. Insgesamt 23 Songs, die kleine Geschichten zu erzählen haben und ausschließlich mit Akustikgitarre begleitet wurden. Nicht nur wegen des treffenden Slogans «Keep Austin Weird» zog es Craig nach Texas, sondern kein geringerer als Mike McCarthy, Produzent u.a. von Spoon und Aufnahmeleiter bei Whitney Houston, sollte ihm zur Seite stehen. Ein weiterer Gedanke war die inspirierende Zusammenarbeit mit unbekannten Musikern, die die Einmaligkeit dieses Projektes untermauern.

So wie sich Craig jeden Tag vornahm, ein Lied zu schreiben, wollte er auch seine Herangehensweise für die kommende Arbeit im Studio organisieren. Er benötigte nur eine Woche, um die ausgewählten Songs live einzuspielen. Erst später kamen Kontrabass, Streicher und Slidegitarre seiner Sessionmusiker hinzu. Auch hier wurden, wenn möglich, die ersten Ideen eingefangen ohne die ursprüngliche Stimmung zu überladen. Bereits nach drei Wochen Arbeit hielt Craig die Früchte seiner Arbeit in den Händen: Fast ein dutzend Songs, die sich fernab vom vordergründigen Springsteen-Rocksound seiner New Yorker Bandkollegen leichtfüßig zwischen Folk, Blues und Rock bewegen.

Gleich mit dem Opener «Apollo Bay» beweist Craig einmal mehr, das es nicht viele Zutaten für einen gelungenen Song braucht: Eine gute Geschichte (wie er eine Woche im Outback Australiens umherreist), eine durch das akzentuierte Arrangement eingefangene Stimmung von knisternder Hitze sowie ein leidenschaftlicher Gesang - leidenschaftlich ja, allerdings nicht unbedingt virtuos klingt Craigs prägnanter Sprechgesang. Melodiöser wird er z.B. in «New Friend Jesus», wenn die nach Tom Petty ähnelnde Stimme mit zartem Frauengesang untermalt wird. Weitere Effekte wie flächige Gitarrenriffs, Orgelsounds oder Tremolo-Sologitarren sorgen für atmosphärische Vielfalt seiner zum Teil obsessiven und mit Lebensweisheiten gespickten Geschichten.

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news.de/dpa

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