Mode Modeschöpfer Lacroix: Passion für das Theater

Modeschöpfer Lacroix: Passion für das Theater (Foto)
Modeschöpfer Lacroix: Passion für das Theater Bild: dpa

Schon als Kind hatte Christian Lacroix (60) eine Schwäche fürs Theater. Parallel zu seinen Kollektionen entwarf der berühmte Modeschöpfer später stets auch Kostüme für Bühnenwerke.

Frankfurt/Main (dpa) - Schon als Kind hatte Christian Lacroix (60) eine Schwäche fürs Theater. Parallel zu seinen Kollektionen entwarf der berühmte Modeschöpfer später stets auch Kostüme für Bühnenwerke.

In Frankfurt gestaltet er derzeit die Kostüme für die Oper «Adriana Lecouvreur» von Francesco Cilea (1866-1950). Mit der Nachrichtenagentur dpa sprach der Franzose über seine alte Leidenschaft.

Stimmt es, dass Sie sich mit ihrer Arbeit als Kostümbildner einen Kindheitstraum erfüllen?

Lacroix: «Absolut. Ich bin in Arles aufgewachsen, einer sehr "theatralischen" Stadt, und mein Großvater war ein großer Opern-Liebhaber. Ich war ein zurückgezogenes Kind, immer allein mit seinem Zeichenblock. Das Theater war meine erste Passion. Die Bühne war der Ort, wo das Leben für mich real wurde.»

Ihre Mode war ja in der Tat ziemlich «dramatisch». Kommt das von ihrer Leidenschaft für das Theater?

Lacroix: «Ich denke schon. Als junger Mann hatte ich nicht vor, Modedesigner zu werden. Ich studierte Kunst und wollte am Museum arbeiten. Abends saß ich im Theater - oben auf den billigen Rängen - und zeichnete andere Kostüme für die Schauspieler, weil mir die auf der Bühne nicht gefielen. Später zeigte ich jemandem diese Entwürfe, dem sie gefielen, und so wurde ich Designer.»

Wo gefiel es Ihnen besser: am Rande der Bühne oder hinter dem Laufsteg?

Lacroix: «Als ich in den 80er Jahren in diese Szene kam, waren die Shows "bigger than life". Das schien mir der richtige Ort für mich zu sein. Aber Haute Couture war in dieser Zeit ziemlich bieder - langweilige Kleider für reiche Damen. Das wollte ich nicht machen. Aber mit der Zeit wurden die Sachen expressiver, das gefiel mir besser. Für mich war es Theater, nicht Mode.»

Und Sie haben immer nebenbei für das Theater gearbeitet?

Lacroix: «Ich habe immer parallel Kostüme gemacht. In den 80er Jahren zuerst für ein Theater in Nantes - das war eine wundervolle Erfahrung. Dann hat mich Mikhail Baryshnikov gefragt, ob ich ein Ballett ausstatten will. Die Oper kam erst spät dazu, eine Barockoper in Paris 1999. Ich habe einen Preis bekommen für meine Bühnenkostüme, das hat mir mehr bedeutet als die Ehrungen als Modedesigner. Ist das nicht wunderbar: Jetzt bin ich so alt und kann endlich tun, was ich immer tun wollte.»

Interview: Sandra Trauner, dpa

Oper Frankfurt

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig