Film Anna Maria Mühe: Shooting Star auf der Berlinale

Anna Maria Mühe: Shooting Star auf der Berlinale (Foto)
Anna Maria Mühe: Shooting Star auf der Berlinale Bild: dpa

Ihr Kollege Ulrich Matthes hält sie für «hochbegabt». Die Schauspielerin Anna Maria Mühe (26) wird auf der Berlinale als einer der europäischen Shooting Stars geehrt.

Berlin (dpa) - Ihr Kollege Ulrich Matthes hält sie für «hochbegabt». Die Schauspielerin Anna Maria Mühe (26) wird auf der Berlinale als einer der europäischen Shooting Stars geehrt.

Auf diesem Karrieresprungbrett standen schon David Kross, Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Daniel Craig. «Es ist eine große Ehre, so einen Preis zu bekommen», sagt die diesjährige Gewinnerin. «Ich freue mich sehr auf die Zeit.»

Anna Maria Mühe ist der Beweis, dass sich Talent vererben kann. Ihre Eltern sind die Schauspieler Ulrich Mühe (1953-2007) und Jenny Gröllmann (1947-2006). Aber die Berlinerin gehört auch ohne den Zusatz «Tochter von» zu den wichtigsten Schauspielerinnen ihrer Generation.

An die 50 Film- und Fernsehrollen hat die Berliner Charakterdarstellerin mit den großen blauen Augen schon hinter sich, darunter einige «Tatort»-Folgen. Oft sind es unbequeme und schwierige Rollen, darunter die hochgelobte DDR-Geschichte «Novemberkind» (2008) von Christian Schwochow.

Aktuell läuft das Drama «Die Unsichtbare» im Kino, bei dem wieder Schwochow Regie führt. Darin geht es um den Druck an einer Schauspielschule, Mühe spielt passenderweise eine talentierte Studentin. Im ARD-Film «Im falschen Leben» war sie als Mutter zu sehen, deren Baby vertauscht wird.

Anna Maria Mühe hat den frühen Tod ihrer Eltern - beide starben kurz hintereinander an Krebs - verkraften müssen. Wer die Schauspielern vor falschen Entscheidungen schützt, verriet sie einmal am Rande von Dreharbeiten: «mein Bauch».

Ihre Karriere begann mit 15, als Regisseurin Maria von Heland sie in einer Berliner Bar für den Teenie-Film «Große Mädchen weinen nicht» entdeckte. Eine Schauspielschule besuchte sie nicht, dafür nahm sie Unterricht und lässt sich coachen.

Bei der Berlinale war Mühe bereits 2004 dabei: an der Seite von Daniel Brühl und August Diehl in «Was nützt die Liebe in Gedanken» über eine Schülertragödie aus den 20er Jahren. In «Schwesterherz» (2006) spielte sie die kleine Schwester von Heike Makatsch.

Für den ORF-Historienfilm «Geliebter Johann, geliebte Anna» (2009) verwandelte sich Mühe in eine Österreicherin. Für das Sozialdrama «In der Welt habt ihr Angst» (2011) magerte sie für die Rolle einer Junkie-Braut kräftig ab.

Und als Nächstes? Das ZDF zeigt einen Ost-West-Spionagethriller («Deckname Luna»), der auf Zeitreise in die 60er Jahre geht. Mit Bernd Böhlich hat Mühe den Kinofilm «Bis zum Horizont, dann links!» gedreht - «mit wunderbaren Kollegen, wie Otto Sander und Angelica Domröse und Herbert Feuerstein - die ganze Riege», schwärmt sie.

Gibt es einen Wunschkandidaten für eine Zusammenarbeit? «Ja, zum Beispiel aus Deutschland einen, den ich sehr schätze und dessen Filme ich sehr mag, und bei dem ich glaube, dass das eine sehr spannende Arbeit ist: Das ist Dominik Graf.»

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig