Illustrer Besuch im Auswärtigen Amt: Hollywoodstar Angelina Jolie ist nicht nur nach Berlin gekommen, um auf roten Teppichen zu Lächeln. Die Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks traf den deutschen Außenminister.
Nicht nur Berlinale: Hollywood-Star Angelina Jolie hat am Rande des Film-Festivals auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) getroffen.
Bei dem Termin im Auswärtigen Amt ging es am Freitag um das Engagement der 36-Jährigen für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, aber auch um ihr Regiedebüt In the Land of Blood and Honey. Der Film handelt vom Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina.
Jolie ist Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks. In den vergangenen Jahren unternahm die Lebensgefährtin von Brad Pitt bereits mehr als 40 Reisen in Krisengebiete und Flüchtlingscamps. Während der Berlinale soll sie von der «Cinema for Peace»-Stiftung einen Ehrenpreis für ihren Einsatz gegen Krieg und Völkermord bekommen.
Regiedebüt hat Nerven gekostet
Ihr Regiedebüt habe sie einige Nerven gekostet. Eigentlich habe alles gut geklappt - bis eine Woche vor der Premiere des Films. «Dann hatte ich einen Zusammenbruch», erzählte die 36-jährige, sechsfache Mutter bei der Berlinale. «Denn da habe ich das Gewicht meiner Verantwortung gespürt, die ich den Opfern des Krieges und den am Film beteiligten Menschen gegenüber habe.» Sie habe sich gefragt «Werde ich ihnen allen gerecht?». «Das war eine dieser seltsamen Dinge, wo du weinend unter der Dusche stehst, dein Partner reinkommt und du sagst ‹Du kannst mir nicht helfen! Mir geht's gut!›».
Dennoch habe sie die Arbeit an dem Film genossen, erzählte die Partnerin von Schauspieler Brad Pitt sichtlich gut gelaunt und entspannt. «Das war eine tolle Zeit in meinem Leben», beschrieb sie die Dreharbeiten. «Ich hatte eigentlich nie vor, Regie zu führen oder ein Drehbuch zu schreiben.» Aber dann habe sie es geliebt - aus mehreren Gründen. «Mein ganzes Leben lang habe ich die Worte anderer Menschen benutzt, deswegen war es toll, nun mit meinen eigenen Worten zu arbeiten.» Außerdem stand die Schauspielerin (The Tourist, Mr. & Mrs. Smith) mal nicht im Mittelpunkt. «Ich war sehr froh, die Kamera auf alle anderen Leute zu halten», sagte die Debüt-Regisseurin lachend.
Seit zehn Jahren in Konfliktregionen unterwegs
«Ich besuche seit zehn Jahren Konfliktregionen weltweit», erklärte die Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ihr Engagement für den Film. «Ich war immer extrem frustriert, vor allem wegen der Gewalt gegen Frauen und wegen des fehlenden Eingreifens von Außen.» Den Konflikt in Bosnien habe sie als Filmthema gewählt, weil sie die Region schon oft besucht, aber nicht verstanden habe, was da passiert sei. «Das ist einer dieser Konflikte, wo ich die Puzzleteile einfach nicht zusammengekriegt habe. Ich fand, dass die Welt darüber nicht genug sprach.»
In the Land of Blood and Honey soll am Samstagabend seine Premiere bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin feiern.
iwe/news.de/dpa