So., 27.05.12

Film 10.02.2012 Angelina Jolie: Debütfilm hat Nerven gekostet

Angelina Jolie: Debütfilm hat Nerven gekostet (Foto)
Angelina Jolie: Debütfilm hat Nerven gekostet Bild: dpa

Hollywoodstar Angelina Jolie hat die Arbeit an ihrem ersten Film als Regisseurin einige Nerven gekostet. Es habe eigentlich alles gut geklappt - bis eine Woche vor der Premiere des Films «In the Land of Blood and Honey» über den Balkankrieg.

Berlin (dpa) - Hollywoodstar Angelina Jolie hat die Arbeit an ihrem ersten Film als Regisseurin einige Nerven gekostet. Es habe eigentlich alles gut geklappt - bis eine Woche vor der Premiere des Films «In the Land of Blood and Honey» über den Balkankrieg.

«Dann hatte ich einen Zusammenbruch», erzählte die 36-jährige, sechsfache Mutter am Freitag bei der Berlinale im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien. «Denn da habe ich das Gewicht meiner Verantwortung gespürt, die ich den Opfern des Krieges und den am Film beteiligten Menschen gegenüber habe.» Sie habe sich gefragt «Werde ich ihnen allen gerecht?». «Das war eins dieser seltsamen Dinge, wo du weinend unter der Dusche stehst, dein Partner reinkommt und du sagst "Du kannst mir nicht helfen! Mir geht's gut!"».

Nichtsdestotrotz habe sie die Arbeit an dem Film genossen, erzählte die Partnerin von Schauspieler Brad Pitt sichtlich gut gelaunt und entspannt. «Das war eine tolle Zeit in meinem Leben», beschrieb sie die Dreharbeiten. «Ich hatte eigentlich nie vor, Regie zu führen oder ein Drehbuch zu schreiben.» Aber dann habe sie es geliebt - aus mehreren Gründen. «Mein ganzes Leben lang habe ich die Worte anderer Menschen benutzt, deswegen war es toll, nun mit meinen eigenen Worten zu arbeiten.» Außerdem stand die Schauspielerin («The Tourist», «Mr. & Mrs. Smith») mal nicht im Mittelpunkt. «Ich war sehr froh, die Kamera auf alle anderen Leute zu halten», sagte die Debüt-Regisseurin lachend.

«Ich besuche seit zehn Jahren Konfliktregionen weltweit», erklärte die Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ihr Engagement für den Film. «Ich war immer extrem frustriert, vor allem wegen der Gewalt gegen Frauen und wegen des fehlenden Eingreifens von Außen.» Den Konflikt in Bosnien habe sie als Filmthema gewählt, weil sie die Region schon oft besucht, aber nicht verstanden habe, was da passiert sei. «Das ist einer dieser Konflikte, wo ich die Puzzleteile einfach nicht zusammengekriegt habe. Ich fand, dass die Welt darüber nicht genug sprach.»

«In the Land of Blood and Honey» wird am Samstagabend seine Premiere bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin feiern.

Berlinale-Homepage

news.de/dpa
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