So., 27.05.12

Kunst 10.02.2012 Kunsthalle Tübingen erinnert an ihre größten Flops

Die Kunsthalle Tübingen blickt mit einer Ausstellung auf einige ihrer größten Besucher-Flops zurück. Künstler wie Joseph Beuys, Andy Warhol und Sigmar Polke brachten dem Ausstellungshaus in den 1970er Jahren zwar in der Fachwelt große Anerkennung ein - sie wurden vom Publikum aber kaum beachtet.

Tübingen (dpa) - Die Kunsthalle Tübingen blickt mit einer Ausstellung auf einige ihrer größten Besucher-Flops zurück. Künstler wie Joseph Beuys, Andy Warhol und Sigmar Polke brachten dem Ausstellungshaus in den 1970er Jahren zwar in der Fachwelt große Anerkennung ein - sie wurden vom Publikum aber kaum beachtet.

Teilweise kamen nur wenige hundert Besucher. Zum 40-jährigen Jubiläum nimmt das Ausstellungshaus nun einen neuen Anlauf: Die Schau «Beuys, Warhol, Polke & Co.» beginnt an diesem Samstag (11.2.) und läuft bis zum 10. Juni. Zu ihrem 40-jährigen Bestehen hatte die Kunsthalle im vergangenen Jahr mit der Ausstellung «Cézanne, Renoir, Picasso & Co.» bereits auf ihre erfolgreichsten Jahre zurückgeblickt. Mit den französischen Meistern der klassischen Moderne hatte Gründungskurator Götz Adriani in den 80er und 90er Jahren Hunderttausende Besucher in die schwäbische Provinz gelockt.

Doch zugleich hatte Adriani immer auch damals noch unbekannte zeitgenössische Künstler wie Polke gezeigt und einigen von ihnen damit zum Durchbruch verholfen. Für die Kunsthalle begründeten sie den Ruf als eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser zur zeitgenössischen Kunst in Deutschland.

Die neue Ausstellung zu Polke & Co. werde eine Mischung aus Pop-Art, Fluxus und Konzeptkunst jener Jahre zeigen, kündigte die Kunsthalle an. Polke - der dem Haus mit nur 600 Besuchern die schwächste Publikumsresonanz seiner Geschichte bescherte - werde im Mittelpunkt stehen.

Die Polke-Retrospektive im Jahr 1976 führt der heutige Kunsthallen-Leiter Daniel Schreiber immer wieder als Beleg dafür an, dass der Erfolg von Ausstellungen nicht allein an der Besucherzahl gemessen werden dürfe. Der Katalog zu dieser Ausstellung werde heute im antiquarischen Buchmarkt hoch gehandelt, weil er in Fachkreisen als wichtiger Beitrag für die Kunstgeschichte betrachtet werde. «Das ist eine nachträgliche Wertschätzung für die Pioniertat, die damals geleistet wurde», sagte der Leiter der zuletzt nicht immer von guten Besucherzahlen verwöhnten Kunsthalle kürzlich der Nachrichtenagentur dpa.

Ausstellung

news.de/dpa
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