Die vor einer Woche im Alter von 88 Jahren verstorbene polnische Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska ist am Donnerstag im südpolnischen Krakau beigesetzt worden.
Warschau/Krakau (dpa) - Die vor einer Woche im Alter von 88 Jahren verstorbene polnische Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska ist am Donnerstag im südpolnischen Krakau beigesetzt worden.
Die Elite der polnischen Kultur, künstlerische Weggefährten, Staatspräsident Bronislaw Komorowski und Regierungschef Donald Tusk gaben ihr zu Jazzklängen das letzte Geleit. «Sie hat uns das Geschenk des Nachdenkens über uns selbst, über den normalen Menschen, hinterlassen», sagte Komorowski in seinem Nachruf auf die Dichterin, die stets größten Wert auf Zurückgezogenheit und ihre Privatsphäre gelegt hatte. Szymborska war am 1. Februar an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung gestorben.
Szymborska, die etwa 350 Gedichte veröffentlicht hatte, hatte bis zuletzt an einem neuen Gedichtband gearbeitet, der posthum erscheinen soll. Ihr langjähriger Sekretär Michal Rusinek nahm in einer persönlich gehaltenen Grabrede Abschied von der wegen ihrer humorvollen und ironischen Gedichte beliebten Szymborska. In einer pessimistischen Überlegung zum Leben nach dem Tode habe sie vermutet, sie müsse in der Hölle Buchwidmungen schreiben, erinnerte er an Szymborskas Unlust zu öffentlichen Auftritten. Doch es gebe auch eine optimistische Version: «Dann hört sie jetzt im Himmel Ella Fitzgerald zu, trinkt Kaffee und raucht.»
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