Sa., 25.05.13

«Voice of Germany» Wer rockt heute das Finale?

The Voice of Germany (Foto)
Wer wird The Voice of Germany? Max Giesinger, Ivy Quainoo, Kim Sanders oder Michael Schulte? Bild: dpa

Kim, Max, Ivy oder Michael? Alle vier Final-Kandidaten von The Voice of Germany haben das Zeug zum Sieger. In Umfragen liegen derzeit Kim Sanders und Max Giesinger vorn, doch in der letzten Show singen die vier mit ihren Coaches - und das kann noch alles ändern. 

Kurz vor dem Finale der Sat.1-Castingshow The Voice of Germany ragen zwei der vier Kandidaten heraus: Die Amerikanerin Kim Sanders (43) und der Karlsruher Max Giesinger (23) haben einer Umfrage zufolge die größten Chancen auf den Sieg. Von den Voice-Fans unter den Befragten - die ziemlich sicher mit abstimmen werden - sagten 38 Prozent aus, sie wollten für die in Darmstadt wohnende Amerikanerin abstimmen. 29 Prozent wollen demnach Giesinger ihre Stimme geben. Auf die anderen beiden Kandidaten, Ivy Quainoo (19) aus Berlin und Michael Schulte (21) aus Schleswig-Holstein, entfielen 17 beziehungsweise 16 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragte von Montag bis Donnerstag (6. bis 9. Februar) 2135 Menschen in Deutschland zu der Castingshow. Das Institut betonte, bei den Ergebnissen handele es sich um ein aktuelles Stimmungsbild. Die eigentliche Abstimmung am Freitagabend ist von weiteren Faktoren abhängig, nicht zuletzt von den Auftritten der Künstler. Die Zuschauer wählen den Sieger per Telefonanruf und SMS sowie über die Anzahl der Downloads der jeweiligen Musiktitel.

«The Voice of Germany 2011»
Echte Talente und blinde Juroren

Am Ende siegt doch die Musikindustrie

Auf jeden Fall wird es ein spannendes Finale: Allein von ihren gesanglichen Leistungen her könnte jeder der vier verbliebenen Teilnehme locker The Voice of Germany gewinnen. Doch am Ende entscheiden das Publikum und - ganz im Sinne der Musikbranche - die Downloadzahlen der Singles der Finalisten. Die Coaches Nena, The BossHoss, Xavier Naidoo und Rea Garvey haben keine Handhabe mehr über ihre Schützlinge.

Jetzt sind aus den Teams der Coaches nur noch jeweils die letzten Hoffnungsträger übriggeblieben, und klar wird: Eine Casting-Show kann nur so anders sein, wie es die Gesetze der Musikindustrie erlauben. Auch nach den Blind Auditions in den ersten Runden, bei denen die Jury die Kandidaten nicht sah, könnte jeder der vier sofort auf ein Bravo-Poster. Jeder passt in eine Nische der in Zielgruppen denkenden Industrie. Die Website zur Sendung ist mit Werbung zugepflastert. Geschäft ist Geschäft.

Singen können die vier jedenfalls. Als sie in einem dpa-Interview gebeten werden, kurz ihre aktuellen Wettbewerbs-Singles anzustimmen, zaubert Kim Sanders (Team Nena) aus dem Stand heraus eine nahezu perfekte, raumfüllende Vorstellung. Die Wahl-Berlinerin aus dem US-Bundesstaat Indiana ist schließlich ein Profi mit zwei Soloalben und sang schon Ende der 1990er Jahre für das Disco-Pop-Projekt Culture Beat, wenn auch nach deren erfolgreichster Zeit mit «Mr. Vain».

Auch die eher schüchtern wirkende Ivy Quainoo (Team BossHoss) und der Rotschopf Michael Schulte (Team Rea Garvey) entfalten scheinbar mühelos ihre kräftigen Stimmen. «Ich bin kein so großartiger A-cappella-Sänger», grummelt hingegen Max Giesinger, den sein Coach Xavier Naidoo im Halbfinale dem erfahreneren Mic Donet vorzog. Und nein, ist er nicht. Muss er aber auch nicht sein: Der 23-Jährige hat eine markante, leicht heisere Stimme und bringt ein Bad-Boy-Image und einen kräftigen badischen Akzent mit.

Im Duett mit dem Coach

Im Finale tritt jeder drei Mal auf: allein, mit seinem Coach und im Duett mit einem Star. So singt Giesinger mit Katie Melua, in die er sich schon «als kleiner Junge ein bisschen verguckt» habe und Kim mit Chartstürmer Marlon Roudette.

Für den Sieger fängt der richtige Kampf nach dem Finale von The Voice of Germany aber erst an. Denn die bisherigen Casting-Champions sind in Deutschland schnell aus den Charts verschwunden, mit Ausnahme der No Angels vor mehr als zehn Jahren. «Ich denke, wir haben die besten Voraussetzungen, die es jemals bei einer Casting-Show gab, etwas Ordentliches auf die Reihe zu bekommen», sagt jetzt Giesinger. Diese Casting-Show könne man nicht mit anderen in einen Topf werfen.

ProSiebenSat.1 lockte mit The Voice of Germany immer wieder vier bis fünf Millionen vor allem junge Zuschauer vor die Fernseher - eine anständiger Marktanteil, der allerdings ausgerechnet zum Halbfinale vergangene Woche einbrach, als The Voice von der 1000. Sendung von Wer wird Millionär? überrollt wurde. Das Versprechen der «ganz anderen Casting-Show» konnte die Sendung vielleicht nicht so recht einlösen: Bei den Live-Shows hatte man manchmal das Gefühl, dass sie auch von einer Konkurrenzsendung hätten sein können, die Sticheleien und das Mitwippen der Jury-Mitglieder wirkten gelegentlich aufgesetzt. Trotzdem: Das Format war so erfolgreich, dass bereits die Kandidaten-Suche für die zweite Auflage läuft.

The Voice of Germany, Finale, Freitag, 10. Februar 2012, 20.15 Uhr, Sat.1

boi/car/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Sven Forbis
  • Kommentar 2
  • 10.02.2012 17:08
 

In dieser wunderbaren Castingshow "The Voice of Germany" sehe ich Michael Schulte auf Platz 2 und Kim Sanders als Gewinnerin auf Platz 1. Alles andere würde bei mir nur Verwunderung und Kopfschütteln hervorrufen. Ich werde den heutigen Freitag Abend jedenfalls vor dem Fernseher genießen. KIM SANDERS; The Voice of Germany!!!

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  • jens
  • Kommentar 1
  • 10.02.2012 12:29
 

Ich hoffe das dieser Schwachsinn von den Nichtskönnern endlich vorbei ist. Das nervt langsam.

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