Charles Dickens Ein Google Doodle für Englands Volksheld

In England wird er noch immer wie ein Volksheld gefeiert: Charles Dickens. Zum 200. Geburtstag ehrt ihn Google mit einem Doodle. Im wahren Leben war der Erfinder von Oliver Twist aber nicht immer der nette Märchenonkel.

200. Geburtstag: Charles Dickens schon zu Lebzeiten berühmt (Foto)
Charles Dickens war schon zu Lebzeiten berühmt. Zu seinem 200. Geburtstag beschenkt ihn Google mit einem Doodle. Bild: dpa

Die gute alte Zeit, in der Kinder noch Kinder sein durften und jeder seinen Platz in der Gesellschaft hatte? Wenn irgendjemand gezeigt hat, dass es so niemals war, dann ist das Charles Dickens. Mit seinen Elends-Beschreibungen des viktorianischen Londons demaskierte er bürgerliche Illusionen, und so mancher in seiner Heimat Großbritannien meint, seine Bücher seien heute aktueller denn je. Heute jährt sich der Geburtstag des Autors, der schon zu Lebzeiten ein Superstar war, zum 200. Mal. Google ehrt den Schriftsteller darum mit einem Google Doodle.

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Im Königreich wird der Erfinder von Oliver Twist und der Weihnachtsgeschichte wie ein Volksheld gefeiert. Und bis heute manchmal um Rat befragt. Als im August 2011 Plünderungen und Aufstände die Straßen in London und anderen englischen Städten unsicher machten, stellten gleich mehrere Kommentatoren die Frage: «Was würde Charles Dickens wohl zur heutigen Misere sagen?»

Dickens einer der meistgelesenen Autoren in England

Dickens ist bis heute einer der meist gelesenen Autoren in englischer Sprache weltweit. Seine Werke wurden hundertfach verfilmt. Im Jubiläumsjahr schwappt geradezu eine Flut von Neuverfilmungen, neuen Ausgaben, Sonderschauen, Biografien und anderen Dickens-Erinnerungen auf den britischen Markt. Sein Realismus, sein Humor, seine einzigartigen Charaktere - das sind nur einige der Elemente, für die er gefeiert wird. Auch sein Einsatz gegen Armut und für bessere Lebensbedingungen wird gewürdigt.

Im wahren Leben allerdings war Dickens offenbar keinesfalls immer der nette Märchenonkel und Menschenfreund, als der er durch seine Bücher manchmal erscheint. Er soll ein Kontrollfreak gewesen sein, und Zeitgenossen berichteten, dass er richtig fies werden konnte. Auch eitel war er angeblich. In einer Ausstellung der «British Library» werden Plagiats-Vorwürfe gegen ihn dargestellt.

Dickens arbeitete als Kind in Schuhcreme-Fabrik

Dickens' Bücher tragen teils autobiografische Züge. So musste er als Kind mehrere Monate in einer Schuhcreme-Fabrik arbeiten, weil sein Vater wegen Schulden im Gefängnis saß. Nach seiner Schulzeit in London und Umgebung arbeitete er erst bei Rechtsanwälten, dann als Stenograf beim Zivilgericht, schließlich als Reporter. Seine ersten Erzählungen erschienen schon von 1834 an.

Über die Jahre wurde Dickens zum gefeierten Autor, unternahm Lesereisen bis in die USA. Bei seinem Tod am 9. Juni 1870 habe er einen öffentlichen Status gehabt, der durchaus mit dem heutiger Filmstars zu vergleichen sei, heißt es von den Dickens-Experten im «Victoria and Albert Museum». Seine letzte Ruhe hat er in der Londoner Westminster Abbey, gegenüber einer Gedenkstatue für Großbritanniens anderem literarischen Super-Volkshelden: William Shakespeare.

phs/bok/news.de

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