So., 27.05.12

Fernsehen 07.02.2012 Plötzlich 70!

Plötzlich 70! (Foto)
Plötzlich 70! Bild: dpa

Modedesignerin Mel schreckt aus dem süßem Morgenschlummer hoch und findet sich mit ergrautem Haar und faltenreichem Gesicht wieder. Denn sie ist «Plötzlich 70!», wie die Sat.1-Komödie an diesem Dienstag (20.15 Uhr) heißt.

Hamburg (dpa) - Modedesignerin Mel schreckt aus dem süßem Morgenschlummer hoch und findet sich mit ergrautem Haar und faltenreichem Gesicht wieder. Denn sie ist «Plötzlich 70!», wie die Sat.1-Komödie an diesem Dienstag (20.15 Uhr) heißt.

Daniel Scotti-Rosin schrieb das Buch, Matthias Steurer führte Regie - und alle hatten zunächst ihre Zweifel, ob sich denn die Catterfeld auf das Abenteuer dieser Rolle einlassen würde, nachdem sie vor kurzem noch glatt als 19-jährige Taucherin Lotte Hass im ZDF-Film «Das Mädchen auf dem Meeresgrund» durchgegangen war.

Catterfeld las das Exposé und war interessiert. Sie las das Buch und war entzückt: «Ich habe mich schon als Kind immer so wahnsinnig gern verkleidet.» Dann saß sie in der Maske vor dem Spiegel und ahnte dumpf, was sie da auf sich genommen hatte. Vier Stunden brauchte man jeden Drehtag, die 30-Jährige um glaubwürdige vierzig Jahre älter zu machen, und am Ende fühlte sie sich «wirklich wie um zehn Jahre gealtert». Catterfeld: «Ich habe in dieser Zeit kaum geschlafen, und es war der bisher sicher anstrengendste Dreh meiner Schauspielerlaufbahn.»

Dafür durfte sie zugleich ein wenig am Klischee der immer nur hübschen, immer süßen Catterfeld kratzen. Ihre Mel hat es mit der Karriere. Selbst der lange geplante Bali-Urlaub mit dem Freund Mark (Steffen Groth) muss zurückstehen, als sie endlich die Chance einer ersten eigenen Kollektion bekommt. Nun nur noch eine kleine Massage bei einer weisen alten Frau, um für die Riesenaufgabe so richtig fit zu sein - aber die alte Frau ist wirklich weise.

Sie sieht, wie sich Mel mit ihrer permanent rasanten Fahrt auf der ewigen Überholspur überfordert. Sie reibt sie mit Schildkrötensalbe ein, da die Schildkröte mehr von dieser Welt sieht, und so kommt es denn zu Mels Metamorphose: Als alte Frau sieht sie ihre Umwelt plötzlich mit anderen Augen und lernt Geduld, Gelassenheit und vor allem etwas mehr Verständnis für ältere Mitbürger. Nicht zuletzt für die eigene von Ursela Monn gespielte Mutter, bei der sie zunächst schockiert feststellt, dass die in reifen Jahren noch ein Verhältnis mit dem netten Nachbarn hat. Aber auch im vorgeschrittenen Alter hat man auf so was einen Anspruch, muss sie erkennen. Und noch mit 70 darf man noch Träume haben.

«Schon als Kind habe ich mich mit dem Alter auseinandergesetzt, war oft von alten Menschen regelrecht fasziniert», erinnert Catterfeld sich jetzt und findet es nicht gar zu erschreckend, selbst die 30er-Grenze überschritten zu haben: «Ich war ja ein Typ, den viele beschützen zu müssen meinten. Jetzt, bei jüngeren Kollegen, habe ich oft das Gefühl, selbst beschützen zu dürfen.» Und ganz zufrieden stellt sie einen gewissen Wandel bei sich selbst fest: «Das Mädchen wird zur Frau, ganz klar.» Das kann auch ganz neue Rollenmöglichkeiten eröffnen: «Ich bekam keinen Schrecken, sondern war sehr zufrieden, als ich ein erstes Mal eine Mutter spielen durfte.»

news.de/dpa
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