So., 27.05.12

Sein letzter Kampf 07.02.2012 Rudi Assauer will sich nicht vergessen

Assauer (Foto)
Rudi Assauer hat sich geoutet: Er leidet unter Alzheimer. Bild: dapd

Der frühere Fußballmanager Rudi Assauer stand als Macher und Macho immer gern und oft im Rampenlicht. Jetzt vergisst er immer mehr und immer schneller: In einer ZDF-Dokumentation können die Zuschauer miterleben, wie der 67-Jährige gegen Alzheimer kämpft.

Sein Outing hat viele betroffen gemacht: Der langjährige Schalke-Manager Rudi Assauer hat für das öffentliches Bekenntnis seiner Alzheimer-Erkrankung bundesweit Lob und Zuspruch bekommen. «Wenn Prominente wie er mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit gehen, ist das eine Hilfe für viele andere, sich zu entschließen: Jetzt gehe ich auch in die Klinik», sagt Hartmut Fahnenstich von der Essener Memory-Klinik, in der Assauer ambulant behandelt wird.

Früherkennung könne den Krankheitsprozess erheblich verlangsamen, sagt der Therapeut. Vom 60. Lebensjahr an seien Vorsorgeuntersuchungen einmal jährlich sinnvoll. Bundesweit leiden nach Schätzungen etwa 700.000 Menschen an der unheilbaren Hirnerkrankung, die oft zu spät erkannt wird.

Wie Rudi Assauer mit der Erkrankung umgeht, zeigt eine ZDF-Dokumentation mit dem Titel Rudi Assauer - Ich will mich nicht vergessen in der Reihe 37 Grad. Ein Jahr lang begleiteten Autorin Stephanie Schmidt und ein Kamerateam den 67-Jährigen bei seinem Kampf gegen die Krankheit. Sie durften teilnehmen an Situationen, die für Rudi Assauer zunehmend zur Herausforderung werden: ein Stadionbesuch, bei dem er Prominente trifft, deren Namen ihm längst entfallen sind, die Konfrontation mit Anekdoten, in denen er sich nicht mehr wiedererkennt, Klinikbesuche, die immer deutlicher werden lassen, wie schnell die Krankheit fortschreitet.

«Ich erkenne gewisse Leute, zum Teil alte Freunde und gute Bekannte, auf den ersten Blick nicht mehr - das ist einfach nur schlimm für mich, eine Qual», schreibt Assauer in seinem biografischen Buch Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben, das in der vergangenen Woche im Riva-Verlag München erschienen ist. «Ich kann sie dann nicht direkt mit Namen ansprechen, bin unsicher. Im Grunde möchte ich in diesen Momenten nur weg.» Assauer spricht von einer «Katastrophe» in seinem Kopf.

Die ersten Vorboten der Krankheit seien bereits 2004 oder 2005 aufgetaucht, noch in seiner Zeit als Manager des Bundesligisten Schalke 04. Erst im Januar 2010 begab sich Assauer in ärztliche Behandlung. Der Schritt an die Öffentlichkeit geschehe nun auch, um unzutreffenden Gerüchten über eine Alkoholsucht entgegenzutreten. «Man sollte das Kind beim Namen nennen. Zack, bumm», schreibt Assauer.

Rudi Assauer - Ich will mich nicht vergessen! Ein Promi im Kampf gegen Alzheimer, Reihe 37 Grad, Dienstag, 7. Februar 2012, 23.15 Uhr, ZDF. Die Talkshow Markus Lanz beginnt um 23.45 Uhr.

car/ruk/news.de/dpa
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ZDF-Doku «Ich will mich nicht vergessen»: Rudi Assauers Kampf gegen Alzheimer » Medien » Nachrichten

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