Es war einmal: Auf der Arabischen Halbinsel folgt der Gang der Welt noch den archaischen Regeln einer kriegerischen Stammesgesellschaft. Die Entdeckung von Erdöl hebt diese Welt jedoch aus den Angeln und sorgt für Veränderungen, die zuvor niemand auch nur erahnen konnte.
Berlin (dpa) - Es war einmal: Auf der Arabischen Halbinsel folgt der Gang der Welt noch den archaischen Regeln einer kriegerischen Stammesgesellschaft. Die Entdeckung von Erdöl hebt diese Welt jedoch aus den Angeln und sorgt für Veränderungen, die zuvor niemand auch nur erahnen konnte.
Diese Zeit des Umbruchs im arabischen Raum vor einigen Jahrzehnten nutzt der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud («Der Name der Rose») in «Black Gold» als Hintergrund für eine abenteuerliche Geschichte voller Liebe, Hass und Verrat.
Prinz Auda (Tahar Rahim) ist der Ziehsohn des Herrschers Nessib (Antonio Banderas). Sein leiblicher Vater, Sultan Amar (Mark Strong), hat ihn in einem Krieg gegen Nessib verloren. Diese Vereinbarung hat über Jahre den Frieden gesichert. Doch der gerät nun in Gefahr, als US-Amerikaner Erdöl entdecken. Nessib vermählt deshalb Auda und seine Tochter Leyla (Freida Pinto). So hofft er, Ruhe und kommenden Reichtum zu sichern. Doch es ist fraglich, ob Sultan Amar mitspielt.
Die Adaption des 1957 erschienenen Romans «Der schwarze Durst» vom Schweizer Schriftsteller und Rennfahrer Hans Ruesch setzt vor allem auf den Reiz von Exotik. Wüstenzauber und Kamelromantik bestimmen die Erzählung. Die sozialkritischen Aspekte der Vorlage geraten im Film jedoch stark ins Hintertreffen. Die im Buch ausführliche Auseinandersetzung mit Fragen verschiedener Glaubensrichtungen im Wandel der Zeiten wird sträflich vernachlässigt. Womit ausgerechnet die im Bestseller ins Auge stechenden aktuellen Bezüge verloren gehen.
Geboten wird stattdessen pralle Unterhaltung. Garniert wird sie überdeutlich mit der Botschaft, dass es in allen gesellschaftlichen Umständen Not tut, Brücken zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen zu bauen. Das wirkt gelegentlich derart naiv, dass sich sogar ein wenig unfreiwillige Komik einschleicht.
Schauspielerisch trumpfen vor allem Antonio Banderas und Mark Strong auf. Beide porträtieren Männer, die zwischen den Polen Vernunft, Rachlust, Eigennutz und politischer Verantwortung einen Weg der Selbstverwirklichung suchen müssen. Einen Weg, der ihnen als Herrscherpersönlichkeiten besondere Verantwortung abverlangt. Kommen die Zwei ins von Action und Abenteuern gespickte Spiel, bekommt das Märchen eine satte Spannung, die für manche Hängeparty auf dem Weg zum Finale entschädigt.
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