So., 27.05.12
Günther Jauch in der ARD

«Günther Jauch» 06.02.2012 Holocaust-Talk mit viel Gefühl

Günther Jauch (Foto)
Günther Jauch leitet eine lehrreiche Sendung. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger

Fernsehen, das Schule machen sollte: Bei Günther Jauch wurden die üblichen Talkshowbewohner draußen sitzen gelassen. Auch dank einer spannenden Gästeliste wurde das heikle Thema Holocaust in einer hoch interessanten Stunde angegangen.

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Dass es in Deutschland eine große Zahl an Menschen gibt, die eine antisemitische Einstellung an den Tag legen, können Uwe Cziuballa aus Chemnitz und Marina Weisband aus Münster aus leidvoller Erfahrung belegen. Cziuballa betreibt ein jüdisches Restaurant in Chemnitz und zählte bislang 2400 Drohanrufe. Weisband, politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, erhält regelmäßig antisemitische Hassmails. Sie stehen mit ihrem Wirken in der Öffentlichkeit und sind so Zielscheibe für Judenfeindlichkeit.

Beide kamen bei Günther Jauch zu Wort, in einer Sendung, die wohl mit ihrer hohen Güte noch längere Zeit ihresgleichen suchen wird. Dazu trugen das sensibel gewählte Thema «Die letzten Zeitzeugen – Gerät Auschwitz in Vergessenheit?», mit Bedacht ausgewählte Gäste und ein konzentrierter Gastgeber bei, der sich bei aller erwartbaren Professionalität nicht von der Schwere der Thematik lähmen ließ.

«Ich gucke bei diesen Bildern weg»

Marcel Reif, mit einem jüdischen Elternteil aufgewachsen und erst mit acht Jahren nach Deutschland gezogen, machte mit nur wenigen Worten deutlich, dass die Gräueltaten des Holocaust unvergessen bleiben müssen. «Ich gucke bei diesen Bildern weg», sagte der 62-jährige Fußballkommentator, als in einem Einspieler Bilder aus dem Konzentrationslager Auschwitz gezeigt wurden. Das Schweigen seines Vaters über dessen Erfahrungen ihm gegenüber sieht er trotz aller jugendlicher Wissbegier im Nachhinein als große Leistung an.

Die 86-jährige Anita Lasker-Wallfisch überlebte den unmenschlichen Horror im Todeslager von Auschwitz nur, weil sie die einzige Cellistin im Lagerorchester war und zum Appell der Häftlinge Märsche spielen musste. Der Musik verdankte sie ihr Leben und viele Jahre später die Annäherung an ein Land, das sie eigentlich nie wieder betreten wollte. Mit einem Orchester besuchte sie Celle und das nahegelegene KZ Bergen-Belsen, wo ihr der Leiter des dortigen Dokumentationszentrums entscheidende Impulse gab, sich aktiv an der Erinnerung an die Todeslager zu beteiligen.

Ein wichtiger aber auch kontroverser Satz, der so wohl nur von Überlebenden gesagt und gemeint sein kann, zog nach gut einer halben Stunde den ersten Applaus im Schöneberger Studio nach sich. Der wichtige Satz: «Diese Generation hat keine Schuld». Gesagt von einer 86-jährigen, die 18-jährig in Auschwitz interniert war. Der etwas zögerliche aber dann fast erleichterte Zuspruch des Publikums irritierte mittelschwer in seiner Art eines kollektiven Freimachens. Nicht der Mut und die Klarheit, mit der dieser Satz einer bemerkenswerten Frau durch die Glaskuppel hallte, wurde beklatscht, sondern der Subtext.

Qual, Ehrlichkeit und Energie

Und diese Nuancen, die zwischen den Sätzen immer wieder spürbar waren, machten diese Stunde zu einem hervorragenden Stück Fernsehen. Die Qual, mit der sich ein gestandener TV-Journalist wie Marcel Reif an die eigene Familienhistorie erinnert. Die Ehrlichkeit, mit der die gläubige Jüdin Marina Weisband vom langweiligen Geschichtsunterricht zum Thema Holocaust berichtete und die Energie, mit der sich der Schauspieler Christian Berkel dafür aussprach, die Untaten nicht zu kollektivieren: «Leider Gottes waren es Menschen, die das getan haben».

Dass die Sendung nicht nur gelungen, sondern auch wichtig war, stellte sich spätestens in den letzten Minuten heraus. Jauch zitierte aus der Mail eines Abiturienten, der schrieb, dass er sich im Geschichtsunterricht keine müde Minute mit dem Holocaust beschäftigen musste.

boi/news.de
Leserkommentare (19) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Mailyn Pelagio
  • Kommentar 19
  • 09.02.2012 18:10
 

Antisemitismus ist in den meistens Links stehenden Medien Europas in der Tat alltäglich. Das zeigt sich insbesondere beim Unterdrücken der Berichterstattung über die täglichen schwerkriminellen Straftaten an Juden in Europa durch zugewanderte schwerkriminelle muslimische Straftatenmigranten. Dazu kommt dass die linken Medien den Zuzug schwerkrimineller muslimischer Straftatenmigranten nach wie vor unterstützen um die Juden in Europa weiter unter Druck zu setzen.

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  • Daria Reich
  • Kommentar 18
  • 07.02.2012 09:02
 Antwort auf Kommentar 17

Die Menschen sind unzufrieden, weil Deutschland zahlt und zahlt, für ein Kriegsverbrechen, wobei Deutschland nicht das einzige Land ist, das Kriegsverbrechen begangen hat, deswegen hat ein Herr Sarrazin Zulauf. Jede Schuld muss mal abgegolten sein, Schwerverbrecher haben nach 30 Jahren ihre Schuld abgesessen, wann ist Deutschland schuld- und pflichtfrei? Natürlich wird es nie vergessen und immer in Gedenken bleiben.

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  • Daria Reich
  • Kommentar 17
  • 07.02.2012 08:48
 Antwort auf Kommentar 16

Dann revidiere ich diese Aussage insofern, als dass ich heute noch ehemalige NS-Regime Anhänger kenne, inzwischen Renter/in, die anschließend in guten Positionen saßen, zur damaligen Zeit wollten sie meine Mutter anzeigen, weil sie dagegen war und den englischen Radiosender hörte. Diese Menschen sehnen sich sogar nach der Zeit zurück und wünschen sich wieder Zucht und Ordnung, häufig höre ich bei H. gab es sowas nicht, die Verbrechen werden völlig ausgeblendet. Zudem empfinde ich die jungen orientierungslosen Neo-Nazis als eine Gefahr, die Menschen im Land sind unzufrieden.

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  • hagal
  • Kommentar 16
  • 06.02.2012 21:35
 Antwort auf Kommentar 12

Mädel,keiner der Täter sitzt mehr "in gesicherten Positionen",denn entgegen politisch korrekter Behauptungen sind die alle schon den Weg alles Irdischen gegangen.Falls Dir Mathematik ein Fremdwort sein sollte:jeder der damals eine verantwortliche Stellung haben konnte wäre heute schon über 100 Jahre alt! Auch wenn heutzutage selbst 15 jährigen eine wichtige Stellung im 3.Reich unterstellt würde wären diese (+67 Jahre) bereits 83 Jahre alt und es ist nicht anzunehmen,daß es selbst unter Hitler einen 15 jährigen KZ-Kommandanten,General,SS-Offizier und was sonst noch an Schlimmes gegeben hätte!

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  • Edmund Leon Kiczka
  • Kommentar 15
  • 06.02.2012 21:10
 

Ich bin weder Antisemit noch sonstiger anti. Aber die Wahrheit soll immer Wahrheit bleiben.Von den aber-Millionen Opfern der Juden (Lazar Kaganovich, Beria, Stalin und viele mehr)darf nicht gesprochen werden. Das 2% der Sovietunion Juden aber 52% Juden in den verantwortlichen Amtern waren wird nichts gesagt.Sie haben die Schuld an millionen Erschossenen(auch mein Vater) Über 10 millionen Ukrainer sind des künstlich verursachten Hungertodes gestorben, kein Wort wird gesagt. Deutschland ist heute Speichellecker der Juden geworden.Holokaust wird hochgespielt weil es sehr viel Geld bringt.

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  • repman
  • Kommentar 14
  • 06.02.2012 20:58
 Antwort auf Kommentar 13

Vorsicht ,das könnte Ihnen als Volksverhetzend und Antisemitisch Angelastet werden. Nehmen sie die J.. Worte raus und sagen nicht ganz so deutlich die Wahrheit.

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  • Paul Herchenbach
  • Kommentar 13
  • 06.02.2012 18:06
 

Solange es Juden gibt,wird weiter gehetzt werden.Die melkende Kuh schlachtet man doch nicht. Wer aus unserer heutigen Generation kann,67 Jahre nach dem Krieg noch etwas dafür,was damalige Sadisten verbrochen haben?Sogar Mord verjährt nach 30 Jahren. Aber die Juden werden weiter hetzen und kassieren !!!

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  • Daria Reich
  • Kommentar 12
  • 06.02.2012 15:44
 

Ergänzen möchte ich noch, dass meiner Meinung nach für dieses scheußliche Verbrechen nur die Täter verantwortlich sind, und nicht ein ganzes Volk, weil viele dagegen waren und nichts tun konnten, siehe Geschwister Scholl. Die Täter sitzen heute noch teilweise in gesicherten Positionen und haben bei Kriegsende ihre Fahne in den Wind gehängt. Warum sind hier die Zeichen so schwer zu lesen?

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  • Daria Reich
  • Kommentar 11
  • 06.02.2012 15:34
 

Ich habe meine Mutter und Großmutter gefragt, wie das passieren konnte. Sie hatten nackte Angst ums eigene Überleben und durften nichts gegen das Regime sagen, ansonsten wären sie selbst abgeholt worden, sie haben weg gesehen und wußten nichts oder wollten nichts wissen, später haben sie mir erzählt, dass vor dem Krieg andere Länder jüdische Bürger nicht aufnehmen wollten und an der Verfolgung sogar beteiligt waren. Unsere Generation trifft zwar keine Schuld, wir sind aber an den Auswirkungen beteiligt. Leider darf man heute auch nicht alles sagen, weil man schnell rechts eingeordnet wird.

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  • Rosi
  • Kommentar 10
  • 06.02.2012 14:27
 

Bob Sweeney: There was a moment, when I used to blame everything and everyone for all the pain and suffering and vile things that happened to me, that I saw happen to my people. Used to blame everybody. Blamed white people, blamed society, blamed God. I didn't get no answers 'cause I was asking the wrong questions. You have to ask the right questions. Derek Vinyard: Like what? Bob Sweeney: Has anything you've done made your life better? Das Zitat ist aus American History X. Das war keine Sendung über deutsche Schuld, oder Antisemitismus, sondern über die Einbahnstrasse von Hass. Großes Kino!

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  • Wolkenturner
  • Kommentar 9
  • 06.02.2012 13:55
 

Allmählich reichts und ein Günther Jauche fehlt fuer diese Thematik die nötige Kompetenz !!!!! Und wenn überhaupt, nach 67 Jahren immer und immer wieder einseitige Revision gemacht wird, sollte man auch mal das Thema "Verbrechen am Deutschen Volk" auf die Tafel legen!!!! Höchste Zeit auch das zu focussieren!!! Gunther Jauch sollte mal lieber mal einen "JAMES BACQUE" zu Rate ziehen, bevor er sein Land besudelt mit solchen Sendungen!!! Fakt ist, der Holocoust war Deutschlands Untergang! Zu bemerken ist, dass Deutschland am Ende 8 Millionen Verbrechensopfer die von den Siegern gemordet Wurden!!!

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  • Erich Janner
  • Kommentar 8
  • 06.02.2012 13:24
 

Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden unvergesslich bleiben. Doch nicht nur Juden fielen diesem totalitären Regime zum Opfer. Die Leichtigkeit, mit der die Tötung Unschuldiger möglich war, war auch eine Folge des Krieges und wurde von den Alliierten trotz jahrelanger Beherrschung des Luftraums eigentlich nicht bekämpft. Erst nach Beendigung des Krieges wurde entrüstet darauf hingewiesen und sozusagen als Überraschung präsentiert. Daher ist eine Mitschuld an der "leichten" Möglichkeit der Ermordung in den Lagern nicht von der Hand zu weisen.

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  • diekrue
  • Kommentar 7
  • 06.02.2012 12:43
 

Günter Jauch ist für mich der einzige, der dieses heikle Thema für alle verständlich darstellen liess. Ich selbst betrachte mich zu der Generation, die mit allem nichts zur tun hatte. Wenn es uns aber immer und immer wieder anklagend vorgehalten wird, wird man dessen überdrüssig und das ist mit Erfolg gelungen.

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  • peterjac44
  • Kommentar 6
  • 06.02.2012 10:51
 

Alles war wirklich schrecklich, das Nazi-System war ein Verbrechersystem. Wir sollten jedoch die heutige Generation nicht weiterhin mit einer Kollektivschuld belasten. Erinnern ja, aber auch an alle Verbrechen, auch die der Gengenseite. Bitte jedoch nicht zu vergessen, dass unsere Befreier den Terror mit den KZ's in Polen und in der Tschechei weiterführten bis Anfang 1950. Auch die Gefangenenlager der US Besatzer, die Rheinwiesen waren Todeslager. Bitte nicht vergessen. Es gibt nicht nur schwarz und weiss!

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  • Daria Reich
  • Kommentar 5
  • 06.02.2012 10:35
 

Solange Deutschland mit einem Schuld- und Schamgefühlt lebt und zur Abgeltung verpflichtet ist, wird keine Ruhe einkehren und Hass sowie Ablehnung weiter geschürt werden. Nur durch einen Schlussstrich und Verzeihen sowie eine andere Sichtweise konzentriert auf Weltfrieden und Abrüstung kann das Gedankengut verändern. Ich will unsere Taten nicht beschönigen, sie waren grauenvoll, aber Menschen sind leider dazu fähig, wie man heute noch überall auf der Welt miterleben kann, ich kann keinen Krieg verurteilen und ihn gleichfalls führen.

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  • Heiko Janhsen
  • Kommentar 4
  • 06.02.2012 10:23
 

Zuerst einmal: die Sendung am 5. 2. war sehr gut moderiert. In meinen Augen ist Herr Jauch z.Z. der einzige Talk-Master, der eine Sendung vernünftig leiten kann. Ich habe vor kurzem Menschen bei Maischberger gesehen und nach 15 Minuten abgeschalter, das war schlimmer als Anne Will und Sabine Christiansen zusammen. Zur Sendung: ein Zuschauer berichtete, daß er in der Schule nichts über die Judenvernichtung erfahren hat. Ich kann so etwas nur bestätigen (leider), auch unsere Kinder haben auf dem Gymnasium nichts davon gehört.

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  • Daria Reich
  • Kommentar 3
  • 06.02.2012 09:47
 

In Vergessenheit nie! Wir die Generation danach, leben immer noch mit der Schuld unserer Väter und Großväter, die geblendet und besessen waren. Schuld belastet, Schuld macht krank und unfrei, hat Deutschland nicht inzwischen seine Schuld abgetragen, Deutschland hilft überall, nimmt jeden Menschen auf, gleich welcher Nationalität, in keinem anderen Land der Welt bekommt ein Jeder Unterstützung und eine Grundsicherung? Krieg ist immer grausam, andere Länder führen auch heute grausame Kriege und üben menschenunwürdige Foltermethoden aus. Wie hilft Israel den Flüchtlingen aus Afrika?

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  • zativic was
  • Kommentar 2
  • 06.02.2012 03:39
 

Nette Geste von den Franzosen mit ihrem Genozidgesetz.Leider war Genozid aber nur zwischen 1933 und 45 moeglich.Lawinengefahr

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  • Patrick D.
  • Kommentar 1
  • 06.02.2012 02:33
 

Natürlich muss es in Gedanken bleiben, damit wir ein leben lang Steuern nach Israel schicken und diesen Terroristischen Staat unterstützen, der auch noch Atombomben hat und seit Jahrzehnten Kriege finanziert und fördert... Und ein Bild mit Schuhen, sagt viel aus.... nicht aber ob es von Opfern stammt oder die Produktion des Lagers war. Man hat es nicht ohne Grund zur Straftat gemacht, das man es nicht Hinterfragen darf und ich bin niederländer und nicht rechts anzusiedeln - im Gegenteil! Aber Tatsachen nicht frei hinterfragen zu dürfen, spricht für sich!

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Günther Jauch in der ARD: Holocaust-Talk mit viel Gefühl » Medien » Nachrichten

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