Fernsehen Der letzte Bulle

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Der letzte Bulle Bild: dpa

«Der letzte Bulle» ist wieder da, und Sat.1 frohlockt: «Der Montag macht wieder Spaß!» Nicht zuletzt dem Sender selbst. Denn die in den ersten beiden Staffeln erzielten Marktanteile - die einzige Währung, die im Privatfernsehen zählt - konnten sich sehen lassen.

Hamburg (dpa) - «Der letzte Bulle» ist wieder da, und Sat.1 frohlockt: «Der Montag macht wieder Spaß!» Nicht zuletzt dem Sender selbst. Denn die in den ersten beiden Staffeln erzielten Marktanteile - die einzige Währung, die im Privatfernsehen zählt - konnten sich sehen lassen.

Sie lagen im Durchschnitt bei 16,7 Prozent bei der für Sat.1 wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer. Sie stiegen zum Ende der zweiten Staffel sogar auf 19 Prozent, und da «konnten wir die Champagnerkorken knallen lassen», sagt Produzentin Gerda Müller.

Vielleicht knallen sie an diesem Montag (20.15 Uhr) wieder. Dann startet die dritte Staffel der Sat.1-Krimiserie mit 13 Folgen, ab 21.15 Uhr gefolgt von gleichfalls 13 neuen Folgen von «Danni Lowinski», ein Gespann, das den einst mit «SK Kölsch» und anderen Sat.1-Serienprodukten so guten Ruf des Montag-Sendeplatzes nach einigen Rückschlägen hat wiederherstellen können. Das Publikum scheint einhelliger Meinung zu sein: «Beim "Bullen" erfreuen sich die Frauen an Mick Brisgau, einem Kerl, mit dem die Männer wohl gern mal ein Bier trinken möchten.»

Henning Baum, Darsteller des «Bullen» Mick Brisgau, der nach 20 Jahren Koma in einer sehr anderen Welt erwacht und sich dort mit den Regeln eines fernen Gestern dennoch durchsetzen muss, denkt an den Anfang zurück: «Ich las das Buch. Ich dachte, das reicht für einen guten 90-Minuten-Film.» Denn irgendwann würde sich der Effekt der Grundidee erschöpft haben, meinte er. «Wir haben deshalb auch nicht nur darauf gesetzt, sondern auf ein Ensemble hervorragender Darsteller reich facettierter Rollen, bei denen sich immer neue Möglichkeiten der Vernetzung ergeben», sagt Produzent Philipp Steffens.

Bei denen bleibt es nun auch bei der neuen Staffel. Und dazwischen steht Mick Brisgau, «einer, an den man sich anlehnen kann, wie ihn Frauen mögen und kleine Jungs als großes Vorbild suchen», so Steffens. Er verkörpert Werte, die weithin verschwunden sind und die doch so schlecht nicht waren. «Eine eigentlich tragische Gestalt», findet der 41-jährige Hauptdarsteller Baum. «20 Jahre seines Lebens sind ihm gestohlen worden. Damit muss er fertig werden.»

Ganz leicht fällt ihm das auch weiterhin nicht, zum Beispiel wenn er trotz Rauchverbots immer wieder zum Glimmstengel greift und prompt die Alarmanlage losheult. Hierin drückt sich auch ein sehr persönlicher Protest des Zeitgenossen Baum aus: «Ich bin Nichtraucher.» Aber er hasse die «Radikal-Gutmenschen, die allen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben. Ich nehme lieber etwas Ungesundheit in Kauf als den ständig zunehmenden Verlust bürgerlicher Freiheit.»

Er fühlt sich eins mit seiner Rolle: «Freunde sagen immer wieder: Na, da steckt ja reichlich Baum drin.» Aber er weiß auch, dass Erfolg kein Dauerkunde ist und aller Serienglanz sehr rasch erlöschen kann: «Wir müssen auf der Hut sein und sehr genau aufpassen, dass wir frisch und damit interessant bleiben. Wir stehen immer ein wenig Abgrund und tanzen auf des Messers Schneide.»

news.de/dpa

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