Der Brief eines tragischen Bekannten Goethes ist nach mehr als 200 Jahren zurück in Wetzlar.
Wetzlar (dpa) - Der Brief eines tragischen Bekannten Goethes ist nach mehr als 200 Jahren zurück in Wetzlar.
Zum Museumsbestand der mittelhessischen Stadt gehört nun das Schreiben von Karl Wilhelm Jerusalem, dessen Selbstmord der Dichter in dem Roman «Die Leiden des jungen Werther» verarbeitete. Jerusalem verfasste es im Jahr 1771. Die Stadt hatte den Brief im Januar bei einer Auktion in Basel für 5000 Euro ersteigert.
«Für Wetzlar hat der Brief eine einzigartige Bedeutung, da er nach 241 Jahren an seinen Ursprungsort zurückkehrt», sagte Museumsleiterin Anja Eichler laut Mitteilung. Zudem schreibe der junge Jurist darin über einen der Gründe für seinen Suizid. Der Brief vom 30. November 1771 ist an Jerusalems Vater adressiert. Der Sohn - er starb mit 25 Jahren - klagt darin über Verleumdungen seines Vorgesetzten am Reichskammergericht und seine Ohnmacht, sich zu wehren.
Johann Wolfgang von Goethe und Jerusalem lernten sich beim Studium in Leipzig kennen und trafen sich in Wetzlar wieder, wo der Dichter ebenfalls am Reichskammergericht arbeitete. Sein berühmtes Werk «Die Leiden des jungen Werther», in das er auch weitere eigene Erlebnisse einfließen ließ, handelt von dem unglücklich verliebten Werther, der sich am Ende selbst tötet.
news.de/dpa