So., 27.05.12

Architektur 02.02.2012 Ole von Beust sagt zur Elbphilharmonie aus

Ole von Beust sagt zur Elbphilharmonie aus (Foto)
Ole von Beust sagt zur Elbphilharmonie aus Bild: dpa

Ole von Beust gilt als tragende Figur in dem Streit um das Hamburger Jahrhundertbauwerk Elbphilharmonie. Am Donnerstag kam der ehemalige Bürgermeister, um sich den Fragen der Mitglieder des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) im Großen Festsaal des Rathauses zu stellen.

Hamburg (dpa) - Ole von Beust gilt als tragende Figur in dem Streit um das Hamburger Jahrhundertbauwerk Elbphilharmonie. Am Donnerstag kam der ehemalige Bürgermeister, um sich den Fragen der Mitglieder des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) im Großen Festsaal des Rathauses zu stellen.

Kritiker machen den CDU-Politiker für die zahlreichen Fehlentwicklungen bei der Elbphilharmonie verantwortlich. Wie viel der Steuerzahler letztendlich für den Bau der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron zahlen muss, ist noch offen. Zuletzt lag der öffentliche Anteil bei mindestens 323 Millionen Euro, die Übergabe wurde um mehrere Jahre auf Ende 2014 verschoben.

Nach Auffassung der Fraktion Die Linke besteht kein Zweifel daran, dass Beust und seine Regierungen die politische Verantwortung für den Bauskandal tragen. «Nach unseren bisherigen Auswertungen hat Ole von Beust ein System der Verantwortungslosigkeit organisiert, das eine entscheidende Ursache der Kostenexplosion ist: Die Verantwortlichkeiten waren nicht geklärt, Terminpläne nicht abgestimmt, Kosten-Nutzenanalysen wurden kaum genutzt, der Senatskoordinator war keinem Vier-Augen-Prinzip unterstellt», hieß es von der Linken.

Die entscheidenden Bürgermeistergespräche seien anscheinend nicht protokolliert worden. Immer wieder hätten Zeugen im Ausschuss von «politischem Druck» und «politischen Entscheidungen» berichtet, die großen Zeitdruck in das Vergabeverfahren gebracht hätten. Der Untersuchungsausschuss soll auch klären, welche Rolle von Beust dabei spielte.

Auch der Architekt Pierre de Meuron machte neben dem Baukonzern Hochtief die Stadt für Fehler verantwortlich. Vor dem Untersuchungsausschuss hatte der Schweizer die verfrühte Ausschreibung - vor Erteilung einer Baugenehmigung - kritisiert. Die Ausschreibung zu diesem Zeitpunkt habe erhebliche Risiken mit sich gebracht, sagte er. «Damals ist es versäumt worden, die Weichen für den Projekterfolg richtig zu stellen.»

Elbphilharmonie

news.de/dpa
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