Rudi Assauer hat im ZDF über seine Alzheimer-Erkrankung gesprochen. Er habe eine riesige Wut im Bauch, dass er nicht mehr mithalten kann. Der einstige Manager von Schalke 04 ließ sich ein Jahr von Fernsehteams begleiten.
Rudi Assauer (67) hat sich im ZDF über seine Alzheimer-Erkrankung geäußert. Er sei immer geradeaus und immer hilfsbereit gewesen, habe Fußball auf hohem Niveau gespielt, «jetzt auf einmal ist alles vorbei», sagte der 67-jährige ehemalige Schalke-Manager. «Kein Mensch kann dir helfen, diese Krankheit kriegst du nicht in den Griff», sagte Assauer. Er habe eine Wut im Bauch, dass er nicht mehr mithalten könne. Er denke: «Was willst du eigentlich noch?»
Die Zitate wurden als Ausschnitt einer ZDF-Dokumentation im heute journal gezeigt. Am kommenden Freitag, 3. Februar 2012, ist der langjährige Manager von Schalke 04 ab 9.05 Uhr bei Volle Kanne zu Gast zusammen mit seiner Tochter, Sportkommentator Werner Hansch und einem Arzt.
Assauer zeigte sich nach der Veröffentlichung erleichtert. «Gott sei Dank, es ist endlich raus», zitiert ihn die Bild-Zeitung. Im heute journal, war zu sehen, wie viel Kraft ihn die Heimlichtuerei mit der Krankheit vorher gekostet haben muss. Gezeigt wurde etwa ein Auftritt bei einem Fußball-Veteranentreffen, für das Assauer alte Anekdoten zusammen mit seiner Frau Britta regelrecht einstudieren musste. Assauer lebt seit Ende vergangenen Jahres getrennt von seiner Frau bei seiner Tochter in Gelsenkirchen.
«Ich erkenne alte Freunde nicht mehr»
«Ich erkenne gewisse Leute, zum Teil alte Freunde und gute Bekannte, auf den ersten Blick nicht mehr - das ist einfach nur schlimm für mich, eine Qual», schreibt Assauer in seinem Buch Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben laut einem Vorabdruck im Stern. «Ich kann sie dann nicht direkt mit Namen ansprechen, bin unsicher. Im Grunde möchte ich in diesen Momenten nur weg.» Assauer spricht von einer «Katastrophe» in seinem Kopf. Das mit dem Münchner Journalistin Patrick Strasser zusammen verfasste Buch erscheint am Donnerstag, 2. Februar 2012.
«Rudi! Mach das, was Du am besten kannst - Kämpfen!», riet die Schauspielerin Sophia Thomalla in der Bild-Zeitung. Sophia Thomalla ist die Tochter der früheren Assauer-Lebensgefährtin und Tatort-Kommissarin Simone Thomalla. Die Krankheit könne auch den Freunden und Angehörigen «so viel nehmen», klagt Sophia Thomalla, die ein enges freundschaftliches Verhältnis zum früheren Partner ihrer Mutter (2000 bis 2009) hat.
Die ersten Vorboten der Krankheit seien bereits 2004 oder 2005 aufgetaucht, noch in seiner Zeit als Manager des Bundesligisten Schalke 04, heißt es in dem Stern-Vorab. Erst im Januar 2010 begab sich der heute 67-Jährige aber in ärztliche Behandlung. Der Schritt an die Öffentlichkeit geschehe nun auch, um unzutreffenden Gerüchten über eine Alkoholsucht entgegenzutreten. «Man sollte das Kind beim Namen nennen. Zack, bumm», schreibt Assauer.
Am kommenden Dienstag, 7. Februar, 23.15 Uhr, wird die Dokumentation von Stephanie Schmidt in der Reihe 37° unter zu sehen sein: Rudi Assauer - Ich will mich nicht vergessen! Ein Promi im Kampf gegen Alzheimer.
boi/cvd/news.de/dapd/dpa
Der "Virus" heißt AL und HG
jetzt antwortenKommentar meldenAlzheimer sollte die öffentliche Diskusion überhaupt sein.Er hat aber nur wenig Zeit.Wie Steve Mc Queen sollte er in Optimismus weitermachen.Unter dem Ansatz einer möglichen Virusinfektion, würde ich mich den härtesten Antiviralbehandlungen unterziehen und zwar.. wo auch immer....Was sagt denn seine Krankenversicherung ?
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