Es sollte heute unter den Hammer kommen, doch der einzige Interessent für Schloss Gymnich bei Bonn bot zu wenig. Dabei war es Joey Kelly selbst, der die Hand hob. Der ehemalige Wohnsitz der Kelly Family soll zwangsversteigert werden, weil die Familie im Streit darüber liegt.
Schloss Gymnich, ehemaliger Wohnsitz der Kelly Family, sollte heute eigentlich zwangsversteigert werden. Doch daraus wurde nichts. Die Gebote waren schlichtweg zu niedrig. Am Amtsgericht Brühl bot Joey Kelly als einziger Bieter 1,7 Millionen Euro für das Schloss.
Da der Verkaufswert des Wasserschlosses jedoch auf 5,3 Millionen Euro festgesetzt worden war und das Gebot bei nicht einmal 50 Prozent dieses Preises lag, legte die Bank Einspruch gegen die Versteigerung ein. In drei bis sechs Monaten soll das Schloss nun erneut unter den Hammer kommen. Beim erneuten Anlauf für die Versteigerung wird die 50-Prozent-Hürde nicht mehr gelten.
Die Musiker-Familie hatte das Schloss Gymnich bei Köln 1998 selbst ersteigert und dort jahrelang gelebt. Nach dem Tod des Vaters waren die Kinder nach und nach ausgezogen, inzwischen steht das Wasserschloss mit Park leer.
Hier verhandelten Könige und Staatsmänner
Nach Angaben von Joey Kelly wird es nun versteigert, weil sich die zwölf Geschwister der Familie nicht auf einen Verkauf oder eine Nachnutzung einigen können. Gebote können heute im Brühler Amtsgericht abgegeben werden. Interessenten müssen mindestens die Hälfte des Verkehrswertes von 5,3 Millionen Euro bieten, um den Zuschlag zu erhalten.
Damit würden sie ein geschichtsträchtiges Anwesen erwerben. Schloss Gymnich - etwa 50 Kilometer entfernt von Bonn - war der Stammsitz des rheinischen Adelsgeschlechts von Gymnich. Von 1971 bis 1990 diente das Wasserschloss mit dem umgebenden Park als Gästehaus der Bundesregierung.
Dort residierten Kaiser, Könige und Minister, zum Beispiel Queen Elizabeth II., US-Präsident Richard Nixon und der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew. Bei einem Geheimtreffen auf Schloss Gymnich im August 1989 erfuhren der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dass die ungarische Regierung die Grenze für DDR-Bürger öffnen werde.
zij/boi/news.de/dapd