Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Der Poptitan muss alle Register ziehen. Im gnadenlosen Kampf um die Zuschauer werden jetzt schon Vierjährige vor die RTL-Kameras gezerrt. Der kleine Knopf schlägt sich tapfer, bekommt eine Einladung zum Recall und darf dann doch nicht mit auf die Malediven.
Deutschland sucht den Superstar sucht weiter seine Form. Momentan muss sich der RTL-Selbstläufer mit unschönen Kratzern herumärgern. Vergleichsweise große Zuschauerverluste musste das Castingshow-Flaggschiff während der normalerweise quotenstarken ersten Castingssendungen seit Jahresbeginn verkraften. Zwar sind immer noch mehr als fünf Millionen Menschen dabei, doch die Richtung, in die sich die Zuschauerzahlen entwickeln, dürften die RTL-Chefs wenig froh stimmen.
Und so ist den DSDS-Machern gegen die geballte Konkurrenz von The Voice Of Germany und Unser Star für Baku offenbar jedes Mittel recht. Auch ein tiefer Griff in die Grabbelkiste der eigenen Senderhistorie darf probiert werden, wenn man damit Aufmerksamkeit erheischen kann. Folgerichtig gibt sich die meistgesehene Castingsendung Deutschlands einmalig den Anstrich einer Miniausgabe der legendären Mini Playback Show aus den 1990ern, in der die klein gewachsene niederländische Moderatorin Marijke Amado Nachwuchsstars eine Bühne gab.
Unbestrittener Knuddelkönig der Samstagausgabe ist der erst vierjährige Liam Leufgen, der frei nach dem Kindchenschema scheu um die Ecke ins DSDS-Studio lugen darf. Und dann kann er auch noch den Titel Call My Name des letztjährigen DSDS-Gewinners Pietro Lombardi einigermaßen fehlerfrei trällern. Und dann noch diese niedlichen Augen. Und zu allem Überfluss wippt er auch noch so cool mit dem Fuß zu seinem Song, wie es wohl kaum ein Vierjähriger zuvor geschafft hat.
Die Jury ist jedenfalls hin und weg von dem kleinen Knopf, der wohl von etwas übereifrigen Eltern vor die sonst nicht gerade gnadenlosen RTL-Kameras geschubst wurde. «Du kannst den Text besser als Pietro», tönt der Poptitan und Juryvorsitzende Dieter Bohlen, der sich vor Liam sogar auf die Knie begibt. Der Knuddelkönig darf sich zudem über Lob von Cascada-Frontfrau Natalie Horler freuen: «Das war so toll, wir sind deine größten Fans», lässt sie ihren Mutterinstinkten freien Lauf.
Und dann gibt es noch den begehrten Recall-Zettel, also die Einladung in die nächste Runde für den kleinen Liam, der die meiste Zeit keck hinter seiner Schirmmütze hervorgrinst. Doch den Regelbruch, Kandidaten weit unter der hauseigenen Altersuntergrenze von 16 Jahren zuzulassen, reizt die Jury dann doch nicht vollends aus. «Und in 12 Jahren sehen wir uns wieder», verkündet Unterhaltungs-Großmeister Bohlen mehr hoffnungsfroh als überzeugt.
Die letzte komplette Castingausgabe verspühte allerdings abseits der fünfminütigen Mini Playback Show den Charme eines Gewerbegebiets am Samstagabend, etwas trostlos und arg bemüht von den Verfremdungskünstlern von DSDS in grellere Farben getaucht. In den Recall-Sendungen der kommenden Wochen könnte das dicke Ende für die erfolgsverwöhnte Show noch kommen, dann wenn die eher quotenschwächeren Recall-Ausgaben ähnlich schwach abschneiden. Denn dann gibt es auch keinen vierjährigen Knuddelkönig mehr.
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Schade, dass wir bei DSDS alle betrogen werden. Die "Künstler" singen nicht live, ein playback sorgt für die nötige Wiedergabe. Festzustellen ist das z.B. bei Luca in der 1. Mottoshow. Es enttäuscht mich sehr, dass Bohlen sich auf dieses Niveau herab begibt. Wir wollen die Jungs und Mädchen in echt erleben und nicht von künstlichen Momenten hinters Licht geführt werden.
jetzt antwortenKommentar meldenDSDS sehe ich mir eigenlich in erster Linie wegen der vielen möchtegern Superstars an bei denen man herzlichst ablachen kann.Allerdings alle Achtung vor denen die wirklich gut singen können.Kleine Kinder gehören aber nicht in diese Sendung,nicht mal mit Ausnahme Genehmigung.
jetzt antwortenKommentar meldenNa ja, ich habe schon mal zum Thema DSDS geschrieben (Menderez), Regeln sind zum Brechen gemacht, vor allem, wenn sie selbst aufgestellt wurden.
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