Wut auf Facebook Widerstand gegen die Chronik

Facebook-Chronik wird Pflicht (Foto)
Das Online-Netzwerk Facebook will alle Nutzer in kurzer Zeit zur Umstellung ihrer Profile zwingen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Facebook zwingt seine Nutzer zu einer tiefgreifenden Änderung und sorgt für massiven Ärger. Die neue Chronik wird bald allen Usern aufgezwungen. Neben Tausenden Protestnoten kursieren erste Tricks, wie man die Zwangsumstellung rückgängig machen kann.

Die Ankündigung von Facebook war ein kleines, unauffälliges Update eines fast zwei Monate alten Eintrags auf dem Firmenblog. Auf wenigen Zeilen wurde den Nutzern ein Ultimatim verkündet, das viele als Affront empfinden. Die brisante Nachricht: In den kommenden Wochen werden alle Profile zwangsweise auf die sogenannte Timeline umgestellt, als Übergangsphase hält Facebook sieben Tage für ausreichend.

Gegen diese Entscheidung regt sich nun massenhafter Protest. Tausende Nutzer protestieren in kurzen Protestnachrichten gegen die Umstellung. «Sorry Herr Zuckerberg, aber ich finde es schlicht und ergreifend zum Kotzen, dass ich gezwungen werde, die Chronik zu nutzen. Sie vergessen wohl: Sie leben von den Nutzern und nicht umgekehrt. In Deutschland habe ich das Recht auf Meinungsfreiheit», beschwert sich beispielsweise ein Nutzer mit dem Usernamen Steven Schäfer unter der Ankündigung des Facebook-Mitarbeiters. Nutzerin Gabi Drews stimmt ihrem Vorkommentator zu: «Die Verpflichtung zur Chronik ist ein massiver Eingriff in mein Persönlichkeitsrecht und das Recht, selbst darüber zu entscheiden, welche Form von Facebook ich nutzen möchte.»

Lebensarchiv
So sieht das neue Facebook aus

«Ich fühle mich entblößt. Ich würde gerne wissen, wie man das rückgängig machen kann. Ihr solltet die User entscheiden lassen, ob sie die Chronik nutzen wollen oder nicht», schreibt Axel Core. Und  Jonathon Johnson hat einen guten Rat: «Liebes Facebook, es scheint so, als tust du alles in deiner Macht stehende, um zu sein wie MySpace. Bitte hör auf damit. Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber sie sind grandios gescheitert.»

Datenschützer warnen vor der Chronik

In der «Chronik» können Nutzer die Einträge ihrer Freunde auch über Jahre zurück abrufen - und dabei gezielt in Jahren oder auch Monaten nachschlagen. Stellt ein Nutzer die Möglichkeit nicht ab, so wird unter anderem auch sichtbar, wann er sich mit anderen Nutzern via Facebook «befreundet» hat. Außerdem versucht Facebook, über die interaktiven Lebensläufe an historisches Material seiner weltweit gut 800 Millionen Nutzer zu gelangen: Sie haben nun die Möglichkeit, Fotos aus ihrer eigenen Vergangenheit nachzutragen - bis zur Geburt.

Blamieren im Netz
Peinlich, peinlicher, Facebook

Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass man nicht über längere Zeit zwei Darstellungsoptionen weiterentwickeln könne. Nutzer, die ihren Account bereits freiwillig auf die neue Timeline umgestellt hatten, wurde die Rückkehr zur alten Option verweigert. Doch es gibt offenbar Tricks, wie man unter Umständen seine alte Darstellungsoption wiederherstellen kann. Eine für die Browser Firefox und Chrome geeignete Erweiterung präsentiert chip.de auf seinen Seiten.

Daten- und Verbraucherschützer hatten bereits vor der «Chronik» gewarnt, als Nutzer diese noch freiwillig aktivieren konnten. Mit der jetzt angekündigten Pflicht schwillt die Kritik erneut an. «Die Hauptgefahr besteht wohl darin, dass der Nutzer angeregt oder angeleitet wird, aus seiner Vita Daten preiszugeben, die er zuvor nicht preisgegeben hätte», sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar der Nachrichtenagentur dapd. Damit werde der Nutzer immer transparenter.

Derweil machen sich schon erste zwielichtige Unternehmungen den Ärger der Nutzer zueigen. Seit der Ankündigung der Timeline-Option Mitte Dezember vergangenen Jahres häufen sich die Fälle, in denen offensichtlich Betrüger mit dem Versprechen, zur alten Darstellung zurückkehren zu können, an Nutzerdaten gelangen wollen. Dafür haben sie Facebook-Apps programmiert, die nach der Anmeldung ungewöhnlich umfangreiche Datenfreigaben von den Nutzern verlangen.

boi/news.de/dapd

Leserkommentare (13) Jetzt Artikel kommentieren
  • jevmjdmlask
  • Kommentar 13
  • 09.02.2013 19:35

DhbSHw , [url=http://yhqpyyvsyvug.com/]yhqpyyvsyvug[/url], [link=http://vcjtdnskpbnt.com/]vcjtdnskpbnt[/link], http://giefkgwtlfxu.com/

Kommentar melden
  • vzmwykj
  • Kommentar 12
  • 09.02.2013 05:06

HMmYKK wrsttloalsuy

Kommentar melden
  • cbfztdmpyo
  • Kommentar 11
  • 09.02.2013 05:06

iaM0AN dbtexfzqtcig

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig