Zum 33. Mal ist in München der Bayerische Filmpreis verliehen worden. Das Drama Halt auf freier Strecke ist mit drei Auszeichnungen der große Gewinner des Abends. Weitere Preise gingen unter anderem an Doris Dörrie, Wim Wenders und Simon Verhoeven.
Das Familiendrama Halt auf freier Strecke ist der große Gewinner des Bayerischen Filmpreises. Bei der Preisverleihung in München erhielt der Film gleich drei Auszeichnungen: Den mit 100.000 Euro dotierten Produzentenpreis für Peter Rommel sowie zwei Darstellerpreise für die Schauspieler Milan Peschel und Steffi Kühnert.
«Einen Film wie Halt auf freier Strecke zu produzieren, von dem man von Anfang an weiß, dass er eine Zumutung ist und die wenigsten Menschen ihn aushalten können, ist entweder leichtfertig oder besonders mutig und selbstbewusst», hieß es in der Jury-Begründung. Das Drama erzählt die Geschichte eines Familienvaters, der an Krebs stirbt. Die Jury urteilte über die Hauptdarsteller: «Der Zuschauer ist von ihrer beider Spiel erschüttert und zu Tränen gerührt.»
Ein weiterer ebenfalls mit 100.000 Euro dotierter Produzentenpreis ging an die Bavaria-Produktion Hotel Lux von Regisseur Leander Haußmann mit Michael «Bully» Herbig in der Hauptrolle. Mit dem Film würdigte die Jury «voller Respekt das Risiko der Produzenten, Geschichte einmal anders zu erzählen». Der Preis für den besten Kinderfilm ging an Wickie auf großer Fahrt (3D).
Auszeichnungen für Wenders und Dörrie
Die Regisseure Wim Wenders und Doris Dörrie wurden ebenfalls ausgezeichnet. Wenders erhielt den Ehrenpreis für sein Gesamtwerk, Dörrie wurde für ihren Film Glück ausgezeichnet. «Wer Doris Dörries Film Glück sieht, wird darin all ihr Können wiederfinden», urteilte die Jury. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ehrte Wenders als einen «unserer ganz großen Filmkünstler».
Zur besten Darstellerin erklärte die Jury Bettina Mittendorfer für ihre Rolle in der Komödie Eine ganz heiße Nummer: «Wie Bettina Mittendorfer, ohne ins Klischee zu verfallen, den komödiantischen Anforderungen der Telefonsex-Hotline ein natürliches Schamempfinden entgegensetzt, das ist große Schauspielkunst.»
Jella Hesse wurde als beste Nachwuchsschauspielerin für ihre Rollen in den Filmen Lollipop Monster und Kriegerin geehrt. Für letzteren erhielt Regisseur David Wnendt auch den Nachwuchsregiepreis.
Weitere jeweils mit 10.000 Euro dotierte Preise gingen an Christian Zübert für sein Drehbuch zu dem Film Dreiviertelmond, an Hannes Hubach für die Bildgestaltung des Films Lollipop Monster und an Andreas Menn für seinen Schnitt des Endzeit-Dramas Hell. Der israelische Filmemacher Arnon Goldfinger wurde für seinen Film Die Wohnung mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Der mit 60.000 Euro dotierte Preis der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) ging an den Film Die Farbe des Ozeans.