Von Axel Schock
Showdown für das Saarbrücker Tatort-Team: In ihrem letzten Einsatz müssen Kappl und Deininger einen Kindesentführer fassen, der seine Opfer jahrelang gefangen hält. Bei einem der Kommissare liegen dabei die Nerven blank.
Eine junge Frau, nur spärlich mit einem seltsamen Kittel bekleidet, überquert in panischer Angst eine Autobahn. Wenig später wird sie erstochen aufgefunden. Als wäre dies nicht bereits schrecklich genug, wurde sie auch noch offensichtlich schon als Mädchen jahrelang in einem dunklen Verlies eingesperrt. Als kurz darauf ein weiteres Mädchen entdeckt wird, gleichermaßen dehydriert, abgemagert und offenkundig über Jahre fern von Tageslicht gefangen gehalten, liegen bei den Ermittlern die Nerven blank.
Verschleppt, die neue und damit auch letzte Folge des saarländischen Tatorts, lässt dem Zuschauer und den ermittelnden Beamten keine Zeit zum Durchatmen. Mit diesem Fall stoßen nicht nur die Kommissare Kappl (Maximilian Brückner) und Deininger (Gregor Weber) an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Noch ein weiteres Mädchen scheint von dem offensichtlich perversen, aber auch hochintelligenten Täter eingekerkert worden zu sein. Der Druck auf die Polizei wächst, seit der Verdacht sich erhärtet, dass der mutmaßliche Täter schon vor Jahren bei der Ermittlungen zu einem Vermisstenfall hätte dingfest gemacht werden können.
Schreckensszenen wie aus einem Horrorfilm
Was den Mädchen über die vielen Jahre ihrer Gefangenschaft angetan wurde, lässt der finnische Regisseur Hannu Salonen (Tatort, Der Kriminalist) in drastischen Szenen aufblitzen. Die suggestive Bildgestaltung bedient sich dabei unverhohlen bei Vorbildern wie dem Splatter-Horror-Streifen Hostel. Salonen scheint auf diese verstörenden Sequenzen, die beim Zuschauer Entsetzen auslösen sollen, besonders stolz zu sein. Immer und immer wieder peitscht er diese Schreckensmomente in den Fortgang der eigentlichen Handlung, auch wenn es dramaturgisch schon längst nicht mehr notwendig ist.
Allzu offensichtlich auch, wie die Drehbuchautoren Khyana El Bitar und Dörte Franke bereits in der Story nach bestmöglicher Aufmerksamkeit trachteten, vielleicht sogar gezielt auf einen kleinen TV-Skandal hoffend, und auf die realen österreichischen Fälle Kampusch und Fritzl anspielen.
Für die guten Tugenden der alterwürdigen Fernsehserie, nämlich brennende gesellschaftliche Themen über den Umweg eines Kriminalfalles zu durchdringen, bleibt hier wenig Zeit. Ein paar lieblos eingeworfene Dialogzeilen über sexuelle Perversionen und Pädophilie müssen genügen. Sie dienen vor allem dazu, die Fantasie des Zuschauers anzuregen, was in diesem geheimnisvollen Verlies womöglich Schreckliches stattgefunden haben mag.
Für die Kommissare Kappl und Deiniger endet die Dienstzeit so mit einem brachialen Paukenschlag, denn der Saarländische Rundfunk hatte im November überraschend das Aus für das Ermittlerduo aus Maximilian Brückner und Gregor Weber verkündet. Die Nachfolge werden im Sommer Devid Striesow und die bislang kaum bekannte Schauspielerin Elisabeth Brück antreten.
Titel: Tatort - Verschleppt
Regie: Hannu Salonen
Darsteller: Maximilian Brückner, Gregor Weber, Mathilde Bundschuh, Andreas Anke
Sendetermin: Sonntag, 22. Januar 2012, 20.15 Uhr, Das Erste
Total unrealistisch und undurchdacht. die Ermittler grabschten alles an. Kommt gut bei der Spurensuche, da hat man dann die Fingerabdrücke vom Bullen. In Möchtegernmanier wruden die Türen aufgetreten von der Sondereinheit: Realismus !!! derSteurzahlen kann zahlen. Solchen Mursk machen die Bullen oft genug. Einfach mal drauhauen.
jetzt antwortenKommentar meldenGregor Weber ist ein sehr guter Schauspieler, generell das Team war klasse. Nun wird wieder was neues ausprobiert. Ich ahne, daß dies schlechter sein wird. Der Film war großer Murks. Ungeklärt,wie die Mädels raus sind,jahrelang in Dunkelheit-da kann man nicht ohne Sichtschutz für die Augen raus. Das Haus mit den Gefangen war seit weg.Wie kommen die Mädchen in die Stadt? Wieso waren 2 in der Klinik, dann wieder 2 im Verlie? Wiekonnte die Eine die schwere Platte heben, Wasser reinlaufen lassen ? Das Mädchen auf dem Stuhl tot ? Preßlufthammer ging weiter.Mögliche Kopfzeichen können überhört werde
jetzt antwortenKommentar meldenWoher weißt man das denn ? In meinen Augen kein Thema zur Unterhaltung und Pseudo-Realismus. Krank, wer das macht, und leider zu viele, die das unkritisch KONSUMIEREN. EKELHAFT, aber so beliebt ! Welt ohne Moral...mit beschissener Hose.
jetzt antwortenKommentar meldenDer beste Krimi seit Jahren !!!! Hab mir fast in die Hosen gemacht...... Absolut spannend und durchaus realistisch.
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