Von Oliver Zimmermann
Der Ex-Polizist und der Heiratsschwindler ermitteln diesmal im Harz: Jan Fedder und Axel Milberg klären im zweiten Teil der Krimikomödie 2 für alle Fälle als ungleiches Brüderpaar eine Mordserie an wohlhabenden Damen auf. Höchst amüsant - und musikalisch.
«Warum muss die Gegend hier solche Falten werfen? Alles über Deichhöhe ist überflüssig!» Mit diesem Spruch macht Hauptdarsteller Jan Fedder gleich am Anfang deutlich, dass sich die lose Spielfilmreihe 2 für alle Fälle ihre norddeutsche Sichtweise bewahrt hat. Dabei spielt die zweite Episode dieser skurrilen Mischung aus Krimi, Komödie und Musikrevue nicht mehr in Husum, sondern im Harz. Dort muss Fedder heute um 20.15 Uhr in der ARD an der Seite von Axel Milberg erneut musizieren und nebenbei einen Kriminalfall lösen.
Es geht, genauer gesagt, um eine Mordserie, die vor allem bei wohlhabenden Damen für Unruhe und Misstrauen sorgt. Der Bassist Hannes Bongarz (Axel Milberg) ist deshalb bereits um seinen guten Ruf als Heiratsschwindler besorgt. Und mit ihm die gesamte Hochstaplerbranche. Wie gut, dass Hannes gerade die Band um seinen singenden Bruder Piet (Jan Fedder) für einen Wochenendauftritt in den Harz gelockt hat. Denn wer weiß, vielleicht schafft es der ehemalige Polizist ja auch diesmal, das Verbrechen diskret aufzuklären. Doch zunächst einmal sieht es nicht danach aus. Zumal Hannes selbst unter dringenden Mordverdacht gerät.
Von schnoddrig bis charmant
Auch in der zweiten Folge der Krimireihe 2 für alle Fälle, die zwei Jahre auf sich warten ließ, stehen die beiden musizierenden Brüder im Blickpunkt. Hier der von Jan Fedder schnoddrig gespielte Ex-Polizist, dort Axel Milberg als eloquenter Womanizer. Ihr Zusammenspiel sorgt erneut für auflockernden Humor und gipfelt diesmal in einer Art Nachhilfeunterricht in Sachen Heiratsschwindel.
Der Kriminalfall gerät dafür zur Nebensache. Manche mögen Mord verbreitet nur sehr beiläufig Spannung. Stattdessen gibt es beschauliche Landschaftsaufnahmen, rockige Zwischentöne und diverse kauzige Figuren. Dazu gehören zwei Polizisten, die sich in Clausthal-Zellerfeld ebenfalls mit dem Fall befassen, aber keinerlei einschlägige Ermittlungserfahrungen besitzen. Woher sollten sie auch? «Hier passiert höchstens alle neun Jahre mal ein Mord», sagt eine von Steffi Kühnert äußerst misstrauisch angelegte Kommissarin. Die hochschwangere Ermittlerin, die ein wenig an Frances McDormand in Fargo erinnert, gehört zu den Höhepunkten einer insgesamt doch recht unschlüssig anmutenden Krimikomödie.
Unschlüssig deshalb, da Manche mögen Mord diverse inhaltliche Handlungspfade betritt, ohne sie ernsthaft miteinander zu verbinden. Der Zuschauer erlebt mysteriöse Morde, eine norddeutsche Band auf Harz-Tournee sowie zwei Brüder, die ihre angeknackste Beziehung zueinander neu ordnen müssen. Und das alles hübsch nebeneinander her. Im ersten Teil war das noch ganz anders. Vor zwei Jahren verschmolzen drei ähnlich angelegte Elemente zu einer intelligenten Einheit. Das gefiel damals fast fünf Millionen Zuschauern.
Starke Darsteller in einem lockerleichten Krimi
Diesmal lebt der Fernsehfilm hingegen fast ausschließlich von seinen ausdrucksstarken Darstellern. Das reicht für lockerleichte Unterhaltung, für mehr aber auch nicht. Darüber hinaus deutet sich an, wie schwer es sein wird, Fedder und Milberg weitere Fälle auf den Leib zu schreiben. Dass Heiratsschwindler und Musiker auf Mörder treffen, kommt nun einmal nicht allzu häufig vor.
Zwei für alle Fälle - Manche mögen Mord, Donnerstag, 19. Januar 2012, 20.15 Uhr, ARD
boi/zij/news.de/dapd