So., 27.05.12

«Um Himmels Willen» 10.01.2012 Gaby Dohm ist eine eitle Nonne

Gaby Dohm (Foto)
Gaby Dohm in Nonnentracht: Baronin Louise von Beilheim ist die neue Mutter Oberin in der ARD-Serie Um Himmels Willen. Bild: ARD/Jacqueline Krause-Burberg

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Für viele ist sie immer noch die Christa aus der Schwarzwaldklinik: Gaby Dohm schlüpft schon wieder in die Schwesterntracht, aber diesmal als Mutter Oberin in der ARD-Serie Um Himmels Willen. Mit news.de spricht sie über ihre neue Rolle.

Streit kann sehr amüsant sein - wenn man nicht selber betroffen ist. Vielleicht liegt darin das Erfolgsgeheimnis der ARD-Serie Um Himmels willen, die jetzt in die mittlerweile elfte Staffel startet. Auch in den neuen Folgen liegen sich im idyllischen Kaltenthal der intrigante, machtgierige Bürgermeister Wolfgang Wöller (Fritz Wepper) und die umtriebigen Nonnen des Klosters Kaltenthal um Schwester Hanna (Janina Hartwig) in den Haaren. Alt Vertrautes also, mit einer Ausnahme. Denn mit Gaby Dohm gibt es ein neues Gesicht in der Runde der Schwestern. Als Oberin Louise von Beilheim tritt sie an die Stelle von Rosel Zech, die im Sommer 2011 gestorben ist.

Frau Dohm, Sie sind als Ersatz für die verstorbene Rosel Zech zu der ARD-Serie Um Himmels Willen gestoßen – empfinden Sie es als Belastung, in die Fußstapfen dieser beliebten und erfolgreichen Schauspielerin zu treten?

Gaby Dohm: Nein, weil es vor allen Dingen eine völlig eigene Rolle ist. Es ist ja nicht die Rolle von Rosel Zech, die ich da spiele, und außerdem ist sie schon vor ihrem Tod aus der Serie ausgestiegen. Deswegen hat Michael Baier (Drehbuchautor und Erfinder der Serie, Anmerkung der Redaktion) eine neue Figur erfunden, die zwar eine ähnliche Kompetenz hat - nämlich sich um die finanziellen Belange des Klosters Kaltenthal zu kümmern -, aber es ist nicht die Rolle von Rosel Zech, sonst hätte ich sie nicht übernommen.

25 Jahre
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Was unterscheidet die neue Mutter Oberin von der alten, die ja eher männlich-herb war?

Dohm: Die neue Mutter Oberin ist eine von Beilheim, Louise von Beilheim. Eine Adlige, die sich der schönen Kunst widmet, die Klavier spielt, die Antiquitäten liebt und die noch immer sehr mit ihrem Schloss Beilheim, ihrer Familie und ihrer Vergangenheit verbunden ist. Sie hat große Schwächen, was das angeht. Empfänge sind ihr oft näher als sich um das Kloster Kaltenthal zu kümmern, obwohl sie es dann sehr geschickt verquickt und die High Society einlädt, um Geld zusammen zu bekommen für die Missionen. Und sie isst gerne, sie hat es gerne kostbar und ein bisschen hochmütig und eitel ist sie auch. Sie ist also keine leichte Frau für die Umgebung, aber wenn es darauf ankommt, packt sie zu.

Was hat Oberin Louise bewogen, ihr Leben in den Dienst der Kirche zu stellen?

Dohm: Ich darf nicht zu viel verraten, weil dies Teil einer Geschichte ist und noch gesendet wird. Nur so viel: Sie hat ein Gelübde abgelegt und geschworen, dass sie in ein Kloster geht, wenn ein Mitglied ihrer Familie wieder gesund wird.

Ist es das erste Mal, dass Sie eine Nonne spielen?

Dohm: Nein, ich habe am Theater in Die letzte am Schafott schon einmal eine Nonne gespielt, allerdings ist das im Gegensatz zu Um Himmels Willen ein sehr ernstes Thema.

Stimmt es, dass Sie Nonnen während Ihrer Schulzeit studieren konnten?

Dohm: Ja, ich war in einer Klosterschule, bei den Herz-Jesu-Schwestern in Berlin, und habe sehr viele Beobachtungen gemacht, denn da gab es Nonnen in allen Schattierungen: strenge, gütige, eitle.

Ist es schwierig, im Nonnengewand und somit mit eingeschränkter Mimik und Gestik zu spielen?

Dohm: Ich finde es eigentlich sehr schön, man kann dabei sehr authentisch sein. Es lenkt nichts ab, man hat nicht mit Frisuren oder Kostümen zu kämpfen, die oft hinderlich sind. Man ist weniger mit dem Äußeren befasst, das fällt völlig weg und das ist unerhört angenehm.

Auf der anderen Seite darf man für so eine Rolle nicht sehr eitel sein, oder?

Dohm: Nein, eitel sollte man nicht sein. Das sollte man als Schauspieler ohnehin nicht sein. Denn auf der Bühne oder vor der Kamera geht es nicht um Schönheit, es geht vielmehr um den Ausdruck.

Frauen spielen in der katholischen Kirche seit jeher eine untergeordnete Rolle. Ist die katholische Kirche Ihrer Meinung nach frauenfeindlich?

Dohm: Eine Nonne ist nicht untergeordnet ...

Aber es gibt zunächst einmal den Bischof, der über ihr steht.

Dohm: Ja, aber Nonnen sind schon sehr frei in dem, was sie tun können. Sie haben ihr eigenes Regiment und im Grunde genommen tricksen sie in der Serie Um Himmels Willen den Bischof oft aus. Sie können auch mit allen ihren weiblichen Raffinessen handeln und sind eigentlich sehr autark und stark. Also ich habe nicht den Eindruck, dass sie in irgendeiner Weise klein gehalten werden.

Aber Frauen dürfen in der katholischen Kirche nicht das Priesteramt ausüben ...

Dohm: Warum sollten sie das auch tun? Sie haben ja andere Sachen dafür. Ich sehe das nicht als Nachteil.

Die Theologin Uta Ranke-Heinemann hat die katholische Kirche vor Jahren als «ideales Biotop» für Schwule bezeichnet. Wenn Frauen in Ämtern wären, würde dieses Biotop austrocknen. Somit wären auch weniger Päderasten in Amt und Würden. Können Sie diese Meinung teilen?

Dohm: Ich finde Verallgemeinerungen immer etwas ganz Furchtbares. Das kann man natürlich so behaupten, aber es gibt auch ganz tolle Leute in der Kirche. Es gibt in der Kirche wie sonst im Leben das Gute und das Böse, das unterscheidet sich eben nicht. Manche Leute sind der Meinung, wenn jemand in der Kirche ist oder in die Kirche geht, dann ist er ein guter Mensch. Aber meine Erfahrung ist nicht so. Die können zur Beichte gehen und schwindeln danach doch wieder. Menschen sind eben fehlbar. (lacht)

Welche Rolle spielt Kirche in Ihrem Leben?

Dohm: Ich bin christlich erzogen worden, bin aber keine regelmäßige Kirchengängerin und ich denke, es ist für uns wichtig, sich zumindest mit dem Christentum und anderen Religionen zu befassen - und dann soll sich jeder dafür entscheiden, was für ihn selbst richtig ist.

Wenn Oberin Louise mehr Macht hätte in der katholischen Kirche, was würde sie ändern?

Dohm: Diese Frage ist für diese Rolle fehl am Platze. Die Mutter von Beilheim setzt sich in keiner einzigen Szene mit Religion auseinander, das übernehmen andere Figuren. Sie ist eigentlich wie der Bürgermeister Wöller (wird in der Serie gespielt von Fritz Wepper, Anmerkung der Redaktion): Sie ist quasi ein Manager, muss sehen, wie sie Geld für das Kloster eintreibt und bewegt sich in dem, was sie macht, oft am Rande der Legalität. Da hat sie keine Zeit, sich mit Katholizismus oder mit Christentum oder mit weiteren religiösen Fragen zu beschäftigen, das kommt bei ihr nicht vor.

Die Dreharbeiten zur elften Staffel sind abgeschlossen - sind Sie auch bei der zwölften Staffel dabei?

Dohm: Das weiß ich noch nicht.

Von was hängt Ihre Zusage ab?

Dohm: Von Gesprächen.

Hätten Sie denn Lust?

Dohm: Ja, hätte ich schon. Aber ich möchte mir das erst einmal anschauen und dann entscheiden.

Sie werden wegen Ihrer Rolle als Schwester Christa in Die Schwarzwaldklinik immer noch gerne als «Krankenschwester der Nation» bezeichnet. Nervt Sie das?

Dohm: Das hat noch nie jemand über mich geschrieben.

Doch, der Bayerische Rundfunk hat Anfang 2011 mit dieser Schlagzeile für die Sendung Blaue Couch, in der Sie zu Gast waren, geworben.

Dohm: Dann bin ich froh, dass ich das nicht gelesen habe. Gott sei Dank habe ich das nicht gelesen, weil ich solche Schlagzeilen höchst albern finde - und es sind nur die Journalisten, die diesen Blödsinn verzapfen.

Die elfte Staffel von Um Himmels Willen startet mit 13 neuen Folgen am 10. Januar 2012 und ist immer dienstags ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

zij/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • karle
  • Kommentar 1
  • 11.01.2012 17:12
 

Kitschiger als diese Serie gehts wohl nicht mehr! Na wenigstens ein Rentenzubrot für die Statisten auf Kosten der Gebührenzahler. Dass es bei Vorbereitungen zu Dreharbeiten zu einem tödlichen Unfall von einer Assistentin im März kam -man muss sich vorstellen: in Namibia mit einem Leoparden- wird natürlich von den Filmemachern, NDF u.alles was dranhängt, total der Öffentlichkeit vehement verschwiegen, alles soll ja verschönigt sein u.bleiben. Der angeblich zahme Leopard wurde nach der Attacke getötet. Die Volksverdummung wird also weiterhin vorangetrieben, ohne ein Ende zu sehen.

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