Musik Wiener Philharmoniker: Schwungvoll ins neue Jahr

Fast schien es manchmal, als tanze er am Pult: Der lettische Dirigent Mariss Jansons genoss augenscheinlich seinen Auftritt mit den Wiener Philharmonikern beim traditionellen Neujahrskonzert.

Wiener Philharmoniker: Schwungvoll ins neue Jahr (Foto)
Wiener Philharmoniker: Schwungvoll ins neue Jahr Bild: dpa

Wien (dpa) - Fast schien es manchmal, als tanze er am Pult: Der lettische Dirigent Mariss Jansons genoss augenscheinlich seinen Auftritt mit den Wiener Philharmonikern beim traditionellen Neujahrskonzert.

Schwungvoll und spielerisch, dabei genau und ausdrucksstark, dirigierte er das Orchester durch Walzer und Polkas. Optimismus mit musikalischem Tiefgang erklang im Goldenen Saal des Musikvereins.

Tausende Nelken, Lilien und Rosen in Weiß und Rot: Der opulente Blumenschmuck im berühmten Konzertsaal der Wiener Philharmoniker verwies in Rot und Weiß sowohl auf die Farben Lettlands, der Heimat des Dirigenten, als auch auf Österreich. Mariss Jansons, einer der Lieblings-Dirigenten der «Wiener», hatte im Vorfeld von einer «unglaublichen positiven Energie» gesprochen, die mit diesem musikalischen Gruß in die Welt geschickt werde.

Entsprechend energiegeladen präsentierte sich der 68-Jährige am Pult, hämmerte zur Polka «Feuerfest» von Josef Strauß auf einen harmonisch gestimmten Amboss, ließ bei dieser Komposition und bei der «Tritsch-Tratsch-Polka» erstmals seit 1998 die Wiener Sängerknaben hell und kräftig mitmischen und fand auch bei Auszügen aus dem Ballett «Dornröschen» von Peter Iljitsch Tschaikowsky eine ungewohnt leichte Spielart. Die Philharmoniker folgten dem Dirigenten wendig, blieben aber auch in schwungvollen Momenten diszipliniert.

Persönliche musikalische Bezüge flocht der Dirigent mit Kompositionen der Strauß-Dynastie ein, die für Anlässe in St. Petersburg geschrieben wurden, wo Jansons seinen Wohnsitz hat. Mit dem «Kopenhagener Eisenbahn-Dampf Galopp» von Hans Christian Lumbye grüßte Jansons das neue EU-Vorsitzland Dänemark. Josef Strauß' rasante «Jockey-Polka» war als Vorausschau auf die Olympischen Spiele in London zu verstehen, Joseph Strauß' «Künstler-Gruß» galt dem Musikverein selbst.

Die Balletteinlage, die der Italiener Davide Bombana choreographierte, führte ins Wiener Belvedere und damit zu Gustav Klimt, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Das traditionelle Konzert wurde nach Angaben des Österreichischen Rundfunks in 73 Ländern ausgestrahlt und erreichte ein Millionenpublikum. Im kommenden Jahr soll Franz Welser-Möst das Konzert leiten. Er hatte bereits 2011 das philharmonische Jahr eröffnet.

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news.de/dpa

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