So., 27.05.12

Winehouse-Biografie 19.12.2011 Ein viel zu kurzes Leben

Amy Winehouse (Foto)
Amy Winehouse starb am 23. Juli 2011 mit nur 27 Jahren. Bild: dapd

Von Britta Schultejans

Amy Winehouse war schon zu Lebzeiten eine Legende, ihr früher Tod hat sie zum Mythos gemacht. Jetzt haben zwei Autoren das turbulente und viel zu kurze Leben der Ausnahme-Sängerin auf 224 Seiten zusammengefasst.

«I died a hundred times» - «Ich bin hundertmal gestorben». Amy Winehouse hat diesen Satz immer wieder gesungen - im Refrain ihres Mega-Erfolges Back to Black. Diesen Refrain haben die Autoren Alexander Schuller und Nicole von Bredow ihrem Buch Back to Black über «Amy Winehouse und ihr viel zu kurzes Leben» vorangestellt. Die Biografie über die britische Sängerin, die mit nur 27 Jahren, mit 4,16 Promille Alkohol im Blut, starb, ist seit diesem Montag auf dem Markt.

Das Buch beginnt im «Hawley Arms», jenem von Rauchschwaden durchwaberten Pub im Londoner Szene-Stadtteil Camden, den Amy Winehouse ihr zu Hause nannte - das gilt für Camden wohl genau so wie für die Kneipe. «Amy war Stammgast», schreiben die Autoren. «Eigentlich schneite sie täglich herein, wenn sie sich in ihrer ‹Hood› Camden aufhielt und keine anderen Termine wahrnehmen musste.» Und immer wieder kehrt auch das Buch dorthin zurück. Die Autoren zitieren Weggefährten und Gäste und erinnern daran, wie das war, wenn Amy zum Billardspielen vorbei kam, zum Rauchen und vor allem zum Trinken.

Eine fatale Liebe

Im «Hawley Arms» fand auch die schicksalhafte Begegnung zwischen Winehouse und ihrer großen Liebe Blake Fielder-Civil statt, die - da stimmen die Autoren in den bekannten Kanon ein - zum Wendepunkt wurde im damals schon stürmischen Leben der jungen Frau. «Nach nur einem Monat an seiner Seite war ‹Blake› über ihrem Herzen zu lesen - sie hatte sich seinen Namen über die linke Brust tätowieren lassen», heißt es im Buch - und: «Es war eine fatale Liebe».

Viel Neues gibt es nicht zu erfahren über die Sängerin, die mit nur zwei Alben - Frank und eben dem Welterfolg Back to Black - Musikgeschichte geschrieben hat. Schuller und von Bredow tragen zusammen, was nach dem Tod der Sängerin über sie gesagt und geschrieben wurde - und lassen eine Psychologin zu Wort kommen, die unter anderem über das «Borderline-Syndrom» spricht. Unterstrichen wird das alles mit Bildern, die Amy als Kind und Jugendliche zeigen, eine lachende Amy, eine glückliche und erfolgreiche - aber auch eine verängstigte und verzweifelte Amy bei ihrem berühmten letzten Auftritt in Belgrad rund einen Monat vor ihrem Tod.

Sie machte alles exzessiv

Die Biografie erzählt von ihrer Kindheit, dem liebenden Vater und der kühlen Mutter, ihrem Glauben an das Karma, den Anfängen ihrer großen Karriere, ihrer Magersucht - und ihren Versuchen, sich von Alkohol und Drogen loszusagen. «Alles, was sie machte, machte sie exzessiv. Sie trank bis zum Exzess und sie entgiftete sich bis zum Exzess», zitieren die Autoren Amys Vater Mitch Winehouse. «Aber die Perioden ihrer Abstinenz wurden in letzter Zeit länger, und die Perioden, in denen sie trank, wurden kürzer.» Retten konnte sie das aber auch nicht mehr.

«Wenn Du jemanden liebst, der suchtkrank ist, wartest du auf den Anruf. Und der Anruf wird kommen. Du wünschst dir, dass der Süchtige selbst anruft und dir sagt, dass er genug hat, dass er aufhören will und dass er etwas neues ausprobieren will», schrieb Schauspieler und Moderator Russell Brand in seinem Nachruf. «Aber natürlich fürchtest du den anderen Anruf, das traurige, nächtliche Klingeln, nach dem ein Freund oder Verwandter dir sagt, dass es zu spät ist.» Mitch Winehouse bekam am 23. Juli in seinem New Yorker Hotelzimmer diesen «anderen» Anruf. Auch die letzte SMS, die Amy in ihrem Leben schrieb, haben die Autoren dokumentiert: An ihren langjährigen Freund Kristian Marr schrieb sie kurz vor ihrem Tod: «Ich werde immer da sein.»

Autoren: Alexander Schuller und Nicole von Bredow
Titel: Back to Black - Amy Winehouse und ihr viel zu kurzes Leben
Verlag: Goldmann
Seiten: 224
Preis: rund 13 Euro
Veröffentlichungstermin: 19. Dezember 2011

car/news.de/dpa
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