Kehrtwende nach Kritik: Hart-aber-fair-Moderator Frank Plasberg hat seine Mentorenschaft für die umstrittene Initiative Top Job niedergelegt. Diese wirbt nun mit Wolfgang Clement um Firmen, die sich kostenpflichtig auszeichnen lassen können.
Nach Kritik in den Medien hat Hart-aber-fair-Moderator Frank Plasberg die Mentorenschaft für die Aktion Top Job niedergelegt. Die vom Spiegel-Journalisten Stefan Niggemeier auf seinem privaten Blog aufgeworfene Frage, ob seine journalistische Unabhängigkeit durch das Engagement beeinträchtigt werde, habe ihn zu diesem Schritt bewogen, teilte Plasberg auf der Internetseite von Top Job mit. «Das wiegt schwerer als meine Überzeugung, in keiner Weise Beeinflussungen zu unterliegen oder meine Unabhängigkeit zu gefährden», fügte Plasberg hinzu.
Ursprünglich sollte Plasberg laut Projekt-Organisatorin Compamedia 2013 die «besten Arbeitgeber des deutschen Mittelstandes präsentieren.» Die Initiative zeichnet nach eigenen Angaben eine gute Personalführung mittelständischer Unternehmen aus. Plasbergs Aufgabe werde nun vom ehemaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, bisheriger Mentor des Projekts, übernommen.
Auf der Internetseite von Top Job wurde Plasberg weiter zitiert: «Dieser Wettbewerb schien mir geeignet, einen Impuls für zeitgemäßes Personalmanagement in mittelständischen Unternehmen zu geben.» Stefan Niggemeier hatte in seinem Blogeintrag berichtet, dass die Initiative über die jeweiligen Mentoren und deren Einfluss auf Bundestagsabgeordnete kleinere und größere Unternehmen dazu bringen möchte, kostenpflichtig an dem Ranking teilzunehmen.
Der für Hart aber fair zuständige WDR hatte nach der Kritik in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Engagement «inhaltlich nicht bewerten» zu wollen. «Wir haben keinen Anlass, an der journalistischen Unabhängigkeit von Frank Plasberg zu zweifeln», hatte eine Sendersprecherin noch am Mittwoch gesagt.
ruk/rto/news.de/dapd