Fernsehen Monica Lierhaus: «Für mich war das ein Meilenstein»

Nach einer dreirädrigen Vespa hat Monica Lierhaus im Internet geschaut. «Ja, die hätte ich gern, denn das mit dem Gleichgewicht ist nach wie vor ein bisschen schwierig», sagt die TV-Moderatorin im dpa-Interview.

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Monica Lierhaus: «Für mich war das ein Meilenstein» Bild: dpa

Hamburg (dpa) - Nach einer dreirädrigen Vespa hat Monica Lierhaus im Internet geschaut. «Ja, die hätte ich gern, denn das mit dem Gleichgewicht ist nach wie vor ein bisschen schwierig», sagt die TV-Moderatorin im dpa-Interview.

«Mit der Vespa könnte ich dann immer wunderbar zur Therapie fahren, die ist nur ein paar Minuten von hier entfernt.» Die Sportmoderatorin, die sich nach einer lebensgefährlichen Hirn-OP und monatelangem Koma mühsam zurück ins Leben kämpft, sitzt in ihrer Hamburger Wohnung und lächelt. Ein bisschen schmunzelt die 41-Jährige noch über die Vespa-Idee und wirkt selbst ein wenig ungläubig, dennoch gibt sie sich fest entschlossen. Wer solch einen Schicksalsschlag erlebt hat, der gibt so schnell nicht auf. Monica Lierhaus will zurück.

Ihr emotionaler Auftritt bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Februar dieses Jahres scheint auf den ersten Blick weit weg zu sein. Zwei Jahre waren seit ihrer Operation vergangen, zwei Jahre, in denen sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Plötzlich war Monica Lierhaus vom Bildschirm verschwunden gewesen. Viele munkelten, nur wenige wussten, wie es ihr wirklich ging. Als sie es allen zeigte, hatte die Hamburgerin schon zahlreiche Therapiestunden hinter sich gebracht - und musste dennoch in viele irritierte Gesichter blicken, als sie das erste Mal wieder vor Publikum stand. Die einst so quirlige und beliebte Sportmoderatorin war in Sprache und Bewegung noch gezeichnet.

Jetzt sitzt sie an einem großen Tisch in ihrer Wohnung im ersten Stock eines Klinkerbaus, trinkt einen Kaffee und klingt schon fast wieder so wie damals, als Millionen Zuschauer vor den Fernsehern ihre Interviews mit dem Bundestrainer verfolgten. Die «Sportschau», die sie selbst regelmäßig präsentiert hat, gehört wie Fußballspiele zu ihrem TV-Pflichtprogramm. Die Auslosung für die Fußball-EM im nächsten Jahr hat sie sich ebenfalls nicht entgehen lassen. «Das ist schon eine heftige Gruppe. Da kann man Jogi Löw nur viel Glück wünschen», sagt sie. «Das habe ich auch sofort getan, per SMS. Ich schreibe ihm nach jedem Länderspiel, und er antwortet immer prompt.»

Bei der Fußball-WM 2014 will Lierhaus wieder als Journalistin dabei sein - ob vor oder hinter der Kamera ist ihr egal. Im Moment noch jedenfalls. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg - bis vor kurzem konnte sie nicht einmal Knöpfe zumachen, erzählt sie. «Vor allem Jeansknöpfe fielen mir echt schwer, doch mittlerweile geht das.» Anders als das Binden von Zöpfen - «das klappt leider immer noch nicht», sagt die Frau mit den langen rötlichen Haaren, die sie beim Interview offen trägt. «Dabei mag ich Zöpfe am liebsten, doch meine Mutter und Rolf helfen mir.»

Der TV-Produzent Rolf Hellgardt ist ihr Lebensgefährte - der Mann, dem sie bei der Goldenen Kamera in aller Öffentlichkeit einen Heiratsantrag gemacht hatte. Ein Augenblick, den sie inzwischen bereut: «Er konnte ja nur Ja sagen. Das tat mir im Nachhinein leid.» Derzeit sei die Hochzeit jedenfalls erst einmal kein Thema.

Ihr Engagement als Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie will Lierhaus fortsetzen. Für die Moderatorin war die Aufgabe ein wichtiger Neuanfang. «Für mich war es ein Meilenstein», sagt die TV-Journalistin, der die Rückkehr ins Fernsehstudio in diesem Jahr «wahnsinnig viel Spaß» gemacht hat. «Aufgeregt war ich nicht, aber das war ich nie. Es war ein bisschen so wie früher», erinnert sie sich. Und doch ist noch vieles anders: Für die jüngste Aufzeichnung hat sie erstmals im Stehen moderiert - trotz der extremen Rückenschmerzen, unter denen sie wegen der Fehlhaltungen noch immer leidet. Doch sie ist eine Perfektionistin geblieben: «Ich würde mir wünschen, dass meine Sprache noch flüssiger wird, die Betonungen noch besser klappen. Mir ist das noch nicht gut genug.»

«Ein Platz an der Sonne»

news.de/dpa

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