Die Jagd auf die Nuss geht in die dritte Runde: In Ice Age 3 folgt das rattenhafte Eichhörnchen Scrat seinem Objekt der Begierde bis in eine Welt der Dinosaurier. Und auch Sid mischt wieder mit - mit der Stimme von Otto Waalkes.
Das Säbelzahneichhörnchen Scrat sei «der heimliche Star des Films», sagt Synchronsprecher Otto Waalkes in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Es jagt in Ice Age 3 einer Nuss hinterher, erwischt sie am Ende, um sie schließlich wieder durch ein Missgeschick zu verlieren. Der eigentlichen Hauptfigur leiht der Komiker seine Stimme: Das gewohnt tollpatschige Faultier Sid bringt die «Patchwork-Herde» - bestehend aus Mammuts, Säbelzahntigern, Opossums und Schildkröten - erneut in eine brenzlige Situation.
Wie seine Freunde will auch Sid eine Familie gründen, allerdings fehlt ihm ein Weibchen an seiner Seite. Da kommt ihm der Fund von drei riesigen Eiern in einem Felsenversteck gerade recht. Die Freude der brütenden Adoptiv-«Mama» Sid ist groß, als er eines Morgens neben drei frisch geschlüpften Jungtieren erwacht - obgleich es sich um ziemlich gefräßige Jungdinosaurier handelt.
Als ein ausgewachsener Tyrannosaurus Rex als wahre Mutter auftaucht, pocht Sid auf seine Elternrechte. Doch das Rededuell passt dem Riesenvieh nicht - es schnappt zu und entführt die drei Kleinen samt Sid in eine unterirdische Welt, wo noch Dinosaurier leben. Mammut Manni und Säbelzahntiger Diego eilen hinterher, um das Faultier zu befreien.
Scrats Lispelstimme als internationales Vorbild
Zugegeben: Manche Elemente scheinen aus anderen Erfolgsprodukten des boomenden Animationsfilmsektors irgendwie bekannt. Das kleine, säbelschwingende Wiesel Buck erinnert an den gestiefelten Kater aus den Shrek-Filmen. Auch der rötliche Dinosaurier scheint mit dem Drachen, der dann doch Herz zeigt, einen Verwandten in der Shrek-Welt zu haben.
Etwas überzogen ist das Kindchenschema einiger Filmfiguren. Aber das ist bei einem Familienfilm der Größenordnung von Ice Age wohl unvermeidlich. Dennoch ist die absurde Geschichte von Panikattacken eines werdenden Mammutvaters, asthmatischen Säbelzahntigern und eiszeitlichen Kindergärten äußerst gelungen.
«Die Botschaft ist, dass der vermeintlich Schwache in der Gruppe stark sein kann, das ist doch ganz nett», sagt Komiker Otto Waalkes über den Film. Seine lispelnde, überakzentuierte und bräsige Filmstimme wurde in die USA exportiert: Nachdem der erste Ice Age-Film in Deutschland erfolgreicher gewesen war als in Amerika, sei er in das US-Studio geflogen und habe dort seine Interpretation der Stimme vermittelt, berichtet Waalkes. Sids amerikanische Originalstimme in Ice Age 2 orientierte sich dann an dem deutschen Vorbild.
Der Arbeitseinsatz als Synchronsprecher sei immens gewesen. «Am Tag schaffst du vielleicht eineinhalb Minuten, und dafür arbeitest du zehn Stunden», sagt Waalkes. Nach dem dritten Film habe er «manchmal das Gefühl, du bist wirklich das Faultier und kriegst schon Alpträume deswegen», sagt Waalkes augenzwinkernd. Bald wird er wohl noch einmal wochenlang im Aufnahmestudio verbringen: Der vierte Ice Age-Teil kommt im Sommer 2012 in die Kinos. In der Handlung werden die tierischen Eiszeithelden eingefroren und in der Gegenwart wieder aufgetaut.
Titel: Ice Age 3
Regie: Carlos Saldanha, Michael Thurmeier
Stimmen: Otto Waalkes, Michael Iwannek, Rainer Fritzsche, Arne Elsholtz
Sendetermin: Sonntag, 25. Dezember 2011, 20.15 Uhr, RTL