«Der Ruf des Phantoms» Rätselhafte Monsterjagd

Videospiel «Professor Layton und der Ruf des Phantoms» (Foto)
Schrecksekunden erleben Luke, Professor Layton und Emmy zur Genüge. Doch mit neuen Rätseln lösen sie die Bedrohung ganz sachlich. Bild: Nintendo

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Kein Dorf, keine Stadt ohne dreckiges Geheimnis. Was wäre die Welt da ohne Professor Layton, der jede noch so miese Schmierenkomödie und ihre Strippenzieher entlarvt? Langweilig. Doch davon kann im Nintendo-DS-Spiel Professor Layton und der Ruf des Phantoms keine Rede sein.

Der Zylinder ist sein Markenzeichen, der blitzgescheite Verstand seine effektivste Waffe: Bereits zum vierten Mal beweist Professor Hershel Layton in seinen Abenteuern, dass ein gutes Videospiel auch ohne aufwendige 3D-Grafiken und bombastische, actionlastige Storys erfolgreich sein kann.

Was mit einem Besuch in einem geheimnisvollen Dorf begann und selbst das Gehirnjogging von Dr. Kawashima in den Schatten stellte, ließ bei der Suche nach der Schatulle der Pandora und einer Zeitreise in die Zukunft nicht nach. Konstant hoch ist auch das Niveau im vierten Spiel, in dem alles auf Anfang steht: In Professor Layton und der Ruf des Phantoms erleben Nintendo-DS-Spieler, wie der Archäologe und Luke Triton zum ersten Mal aufeinandertreffen und zum Knobelduo avancieren.

«Der Ruf des Phantoms»
Der Meister der Kopfnüsse
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Genau genommen ist das Duo allerdings ein Trio: Im neuen Spiel hat Emmy Altava ihren großen Auftritt. Was es mit der brünetten, jungen Dame auf sich hat, die Hershel Layton als Assistentin zur Seite gestellt wird, klärt sich allerdings kaum. Die offenbar begeisterte Hobby-Fotografin ist nicht nur in Rätseldingen begabt. Sie holt für Layton und Luke auch mal die Kohlen aus dem Feuer - dank kampfkünstlerischer Tritte gegen finster dreinblickende Kontrahenten. Was sie allerdings mit Sätzen wie «Der Professor scheint sich wirklich nicht an mich zu erinnern ...» mitteilen will, findet keine Auflösung.

Spannung bis zum Schluss

Wieder einmal perfekt gelungen ist den Entwicklern des japanischen Level-5-Studios der Spannungsbogen. Zwar lässt sich schon nach zwei Dritteln des Spiels erahnen, was es mit dem vermeintlichen Phantom auf sich hat. Das Geheimnis um die Ursprünge des echten Phantoms jedoch klären sich tatsächlich erst im finalen Akt.

«Der Ruf des Phantoms»
Flötentöne für Professor Layton
Video: YouTube

Bis dahin muss der Spieler im beschaulichen, aber von einem mysteriösen Phantom heimgesuchten Misthallery rund 100 der insgesamt 155 Knobel- und Denksportaufgaben lösen. Die sind, wie gewohnt, zumindest teilweise in die Story integriert und werden von den diesmal nicht ganz so schrägen Bewohnern des heimgesuchten Städtchens preisgegeben. Andere verstecken sich hinter Büschen und müssen durch wildes Herumtippen per Stylus genauso in der Szenerie entdeckt werden wie die Hinweismünzen, die bei Rätsellösungen auf die Sprünge helfen. Manche Aufgaben geben Layton, Luke und Emmy aber auch - ganz plump - nach dem Motto «Ach übrigens, da fällt mir ein Rätsel ein...» von sich.

Dennoch trifft der Spieler auf eine gelungene Mischung aus leichten und wahrlich schwierigen Denksportaufgaben. Mal sind es mathematische Rätsel, mal ist räumliches Vorstellungsvermögen gefordert. An anderer Stelle heißt es, die gelesenen Texte wörtlich zu nehmen oder Schiebepuzzle zu lösen. Simples Zählen und einfache Kombinatorik bietet der Ruf des Phantoms ebenfalls.

Viel Abwechslung in tollen Szenen

Außerhalb der 155 Storyrätsel gibt es weitere Kopfnüsse. Im Spielmenü «Bonus» sind wie gewohnt die Optionen «Rätsel der Woche» für neue Denkaufgaben aus dem Internet sowie «Laytons Aufgaben» mit besonders kniffligen Herausforderungen zu finden. Wer im Spiel mindestens 4300 Picarat gesammelt hat, kann Bonusmaterial im Bereich «Streng geheim» freischalten. Für Abwechslung sorgen die Minispiele Modelleisenbahn und Aquarium, die strategisches Planen fordern. Im Puppenspiel hingegen erlebt der Spieler drei Bühnenstücke, in denen er als Souffleur zu agieren hat, und die direkt im Spiel integrierte Mäusejagd lockert schlicht die Gehirnwindungen.

Gewohnt gut ist die Vertonung des Spiels. In vielen, wenn auch nicht allen Teilen der Hauptgeschichte sind die drei Rätselhelden selbst zu vernehmen. An die konsequente Gesamtvertonung wagt sich Nintendo jedoch nicht heran. Stattdessen bleibt ein wesentlicher Teil vom Ruf des Phantoms auf dezente, aber angenehme Hintergrundmusik beschränkt. Die handgezeichneten Videosequenzen sind jedoch komplett vertont.

Fazit. Auch das jüngste Abenteuer der Layton-Reihe erweist sich als wunderbarer Spielspaß für Kinder wie Erwachsene. In Sachen Komfort hat sich ebenfalls nichts geändert: Notizfunktion, Sammelplatz für nicht entdeckte Rätsel und Lösungshilfen machen es unmöglich, das Finale der Geschichte nicht zu erleben. Derlei Rundum-Qualität dürften Spiele öfter haben.

Und eines ist am Ende des neuen Abenteuers schon sicher: Es wird eine Fortsetzung geben. Immerhin ist das Rätsel um Emmy Altava noch nicht gelöst. Zumindest in Europa. Die japanischen Spieler sind schon ein Stück schlauer. Dort ist das fünfte Abenteuer bereits unter dem Namen Layton-kyōju to Kiseki no Kamen erschienen. Wann Deutschland die neuen Rätsel lösen darf, hat Nintendo bislang nicht verraten. Hierzulande erschienen die Spiele bisher aber immer im Abstand von rund einem Jahr.

Titel: Professor Layton und der Ruf des Phantoms
Genre: Denkspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Level 5
Preis: zirka 35 Euro
Sprache: Deutsch
USK: freigegeben ab 0 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 10 Jahre
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: Dezember 2011
Weiterspielen: Doktor Lautrec und die vergessenen Ritter (Nintendo 3DS), Last Window (Nintendo DS)

kat/eia/news.de

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