Datenleck Facebook-Panne entblößt Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg (Foto)
Das Facebook-Profil von Mark Zuckerberg. Bild: dpa

Milliardär mit Huhn: Durch einen Programmierfehler bei Facebook konnte man kurze Zeit mit einem Trick fremde Bilder herunterladen. Auch der milliardenschwere Gründer Mark Zuckerberg blieb nicht verschont. Ein PR-Trick?
 

Durch eine Software-Panne bei Facebook sind einige private Fotos von Firmengründer Mark Zuckerberg im Internet aufgetaucht. Der Programmierfehler ermöglichte es zeitweise, in einigen Fällen an geschützte Bilder von Nutzern heranzukommen, wie Facebook bestätigte. Die Lücke habe man zunächst rasch provisorisch geschlossen. Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte mehr Informationen über den Vorfall.

Der Einbruch funktionierte mit einem Trick, der vor Kurzem im Internet veröffentlicht worden war. Dazu musste man laut US-Medienberichten zunächst ein öffentliches Bild eines Nutzers als anstößig melden. Danach wurde angeboten, noch weitere Fotos aus dem Profil als unangemessen zu markieren - dabei bekam man in einigen Fällen durch den Software-Fehler auch Zugang zu privaten Bildern. Bei einigen Versuchen habe das funktioniert, bei anderen nicht, berichteten unter anderem der Online-Dienst ZDNet und das Magazin Forbes.

Blamieren im Netz
Peinlich, peinlicher, Facebook

Facebook erklärte dazu, der fehlerhafte Software-Code sei nur eine begrenzte Zeit online gewesen und habe lediglich eine limitierte Zahl jüngster Fotos unter gewissen Bedingungen offen zugänglich gemacht. Das System sei vorerst deaktiviert worden und werde wieder eingeschaltet, wenn der Fehler endgültig behoben sei.

Angesichts der vielen Debatten um den Datenschutz bei dem weltgrößten Netzwerk mit mehr als 800 Millionen Mitgliedern kommt es nicht überraschend, dass eine Reihe von Nutzern sich sofort Zuckerbergs Profil vornahm. Einige wurden offensichtlich fündig: Im Netz tauchten mehrere neue Privatfotos auf, auf denen er etwa beim Kochen oder mit einem Huhn in der Hand zu sehen ist.

Gut ausgedachter PR-Trick?

Es ist nicht das erste Mal, dass private Bilder von Zuckerberg ins Internet gelangen: 2009 kam es dazu, als Facebook die Standard-Einstellungen für die Privatsphäre geändert hatte. Damals hatten auch viele andere Nutzer aus Versehen Informationen mit dem Rest der Welt geteilt.

Auch dieses Mal fällt die vermeintliche Datenpanne zufälligerweise mit einer Neuerung beim größten sozialen Netzwerk der Welt zusammen. In den nächsten Tagen will Facebook endlich weltweit seine seit Wochen angekündige Timeline umsetzen. Diese soll die Nutzer dazu animieren, dem Zuckerberg-Netzwerk ihren kompletten Lebenslauf anzuvertrauen.

Die - wenn auch eingeschränkte - Software-Panne könnte auch für neue Spannungen mit deutschen Datenschützern sorgen, die Facebook ohnehin vorwerfen, zu viele Informationen zu sammeln und damit zu leichtfertig umzugehen. Außerdem zeigt der Fall, wie auch ein zufälliger Fehler private Informationen öffentlich machen kann. Außer der Veröffentlichung der Zuckerberg-Fotos wurden bisher allerdings keine weiteren Folgen der Software-Panne bekannt.

Aigner verlangte, Facebook müsse offenlegen, wie lange die Lücke bestanden habe und wie viele Mitglieder davon betroffen gewesen seien. «Der Vorfall ist mehr als peinlich und beweist einmal mehr, dass Facebook den Schutz persönlicher Daten dringend verbessern muss», betonte die Ministerin, die schon seit langem als Facebook-Kritikerin bekannt ist. Das Unternehmen weist die Vorwürfe von Datenschützern und Politikern zurück und verweist unter anderem auf die stark verfeinerten Einstellungen zur Privatsphäre der Nutzer.

wam/rto/news.de/dpa

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