Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Köln
David Pfeffer hat den X Factor. Kurz nachdem die Fernsehzuschauer den Polizisten aus Duisburg zum besten Sänger kürten, spricht er mit news.de: über die Zukunft als Polizist und warum er eigentlich nur ganz kurz ins Fernsehen wollte.
Du hast soeben X Factor 2011 gewonnen. Wie fühlst du dich?
David Pfeffer: Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist das sehr surreal gerade.
Hast du dir vorher Hoffnung auf den Gewinn gemacht?
Pfeffer: Ich weiß nicht, ob man das mit Hoffnung beschreiben kann. Wir verstehen uns so gut unter den Kandidaten, ich hätte jedem anderen auch den Sieg gegönnt. Ich hatte mich ja aus ganz anderen Beweggründen beworben. Ich wollte eigentlich nur die Erfahrung mitnehmen, was Casting bedeutet. Als ich zum Jurycasting gekommen bin, dachte ich, wenn ich ein paar Sekunden gesendet werde, mache ich Werbung für meine Band Inpaticula. Und das war's.
Das heißt, es geht jetzt weiter mit der Band ...
Pfeffer: Ich hoffe sehr.
... oder wirst du solo unterwegs sein?
Pfeffer: Ich werde niemals aufhören, mit meiner Band Musik zu machen. Wir machen das seit acht Jahren, mögen und schätzen uns. Meine Jungs sind sehr kreativ und haben viel Ahnung von Musik.
Was ist das Wichtigste, was du von deinem Mentor Till Brönner gelernt hast?
Pfeffer: (überlegt) Was Till am besten kann, ist die absolute Unterstützung gewähren. Wenn man mit irgendwem auch nur das geringste Problem hatte, war Till sofort da und hat das geregelt. Er hat mir immer geholfen. Ich schätze Till menschlich sehr, er ist professionell und weiß, worauf es ankommt. Ich glaube, davon habe ich sehr viel mitgenommen. Mir würde nie was Negatives über Till einfallen.
Wie war das Duett mit Melanie C.?
Pfeffer: Davor hatte ich am meisten Angst, weil ich noch kein Duett gesungen habe. Melanie C. ist ein absolut krass sympathischer Mensch. Es war unfassbar, wie schnell diese Frau einem die Angst nehmen konnte. Es war dennoch der nervenaufreibendste Moment, und als der vorbei und ich mit mir zufrieden war, war die Welt für mich auch in Ordnung.
Was wird nun aus deinem Job als Polizist?
Pfeffer: Ich bin im Moment beurlaubt, aber ich bin Polizist und das wird immer so bleiben. Mein Arbeitgeber weiß das, die haben mir auch die Daumen gedrückt, angerufen und mir Glück gewünscht. Ich bin froh, dass ich so einen Arbeitgeber habe, der mir das ermöglicht, ohne dass es für mich ein Risiko wird.
Wie viel Einfluss hattest du auf deinen Gewinnersong und damit die erste Single I'm here?
Pfeffer: Ich durfte mitreden. Die Produzenten Christian Neander, der Gitarrist von Selig und David Jürgens sind sehr nett. Die beiden haben die Songs aufgenommen, wir haben uns sehr, sehr gut verstanden. Sie haben mir viele Möglichkeiten gegeben, mich kreativ einzubringen. Ich hatte definitiv auch Angst, als es hieß, jetzt geht's ins Songfinding, weil man oft nicht viel Gutes hört über Lieder, die für Castings geschrieben werden. Ich glaube, dass dieser Song den Kompromiss findet, Siegertitel und trotzdem noch Ich zu sein. Ich selber schreibe wenige Songs, die catchy Refrains haben, wo die Leute sagen: Oh, daran kann ich mich sofort erinnern. Mir ist wichtig, dass man Musik lange hören kann und nicht satt davon wird. Der Song hat eine schöne Aussage und ich freue mich sehr darüber.
Wie viele David-Pfeffer-Songs gibt es schon?
Pfeffer: Zehn.
Wann wirst du das erste Konzert geben?
Pfeffer: Live spielen ist alles, das macht mir auch am meisten Spaß, und ich hoffe, dass es bald passiert. Aber ich weiß noch nicht mal, was ich morgen mache, also kann ich auch nicht sagen, ob und wann ich ein Konzert spiele. Sobald ich irgendwas weiß, werde ich es auf Facebook mitteilen.
Wie bist du auf den Rummel vorbereitet, der jetzt auf dich zukommt?
Pfeffer: Gar nicht.
Hat dir auch Till Brönner nicht gesagt, wie du zum Beispiel mit den Medien umgehen sollst?
Pfeffer: Nein, wir improvisieren (lacht). Aber es klappt doch ganz gut.
Sie haben das Finale von X Factor verpasst? Hier können Sie die gesamte Show ansehen.
cvd/news.de