Der Name Guthrie hat im amerikanischen Folk einen fast magischen Klang. Der legendäre Protestsänger Woody «This Land Is Your Land» Guthrie (1912-1967), sein 1947 geborener Sohn Arlo Guthrie («Alice's Restaurant») und jetzt dessen Tochter Sarah Lee Guthrie - wenn das kein spannender Stammbaum ist.
Berlin (dpa) - Der Name Guthrie hat im amerikanischen Folk einen fast magischen Klang. Der legendäre Protestsänger Woody «This Land Is Your Land» Guthrie (1912-1967), sein 1947 geborener Sohn Arlo Guthrie («Alice's Restaurant») und jetzt dessen Tochter Sarah Lee Guthrie - wenn das kein spannender Stammbaum ist.
Der jüngste Spross der Folk-Dynastie ist nun auch schon 32 und blickt auf eine respektable zehnjährige Karriere zurück. Zusammen mit Johnny Irion - seit 1999 ihr Ehemann, Vater der nächsten Guthrie-Generation und längst auch musikalischer Partner - legt sie ein wunderbar entspanntes, melodieseliges Westcoast-Folkrock-Album vor.
Das etwas zur Unzeit im kalten November erschienene «Bright Examples» (Ninth Street Opus/Alive) spiegelt die wohl genetisch bedingte Liebe zu Countrypop, psychedelisch angehauchtem Gitarrenfolk und softem Blues - sowie die Harmonie des offenkundig glückstrunkenen Ehepaares Guthrie/Irion.
Aufs Schönste fließen - etwa im traumhaft sonnigen Opener «Ahead Of Myself» - die beiden Stimmen zusammen und wieder auseinander, die meist sparsamen Arrangements lassen den Liedern viel Luft zum Atmen. Gäste wie Gary Louris und Mark Olson (The Jayhawks), Andy Cabic (Vetiver) oder Neal Casal (Ryan Adams' The Cardinals) machen aus diesem Album ein wahres Fest für Fans des Genres.
Einen «feel-good vibe» verspricht die Plattenfirma, und auf manche der zwölf Songs trifft dies auch zu. Doch in den von Sarah Lee Guthrie allein gesungenen Liedern «Butterflies» oder «Company I''m Keepin» schimmert daneben eine tiefe Melancholie durch, die von der Lebenserfahrung des Songwriter-Ehepaares zeugt.
Höhepunkt eines kristallklar produzierten Albums ist der Titel- und Schlusssong mit perfektem Harmoniegesang, klagender Mundharmonika und an Neil Young erinnernder Stromgitarre. Da Johnny Irions Stimme der des großen kanadischen Fistelsängers ohnehin nicht ganz unähnlich ist, fühlt man sich unweigerlich an die großen Young-Scheiben der 70er erinnert.
Kurzum: Guthrie/Irion setzen die Familientradition würdig fort - mit einer hochwertigen Platte am Ende eines ohnehin äußerst starken Folkrock-Jahrgangs.
news.de/dpa