Die Universitätsbibliothek Leipzig hat ihre Bestände nach Raubgut aus der Nazi-Zeit durchforstet - und wurde tausendfach fündig. Einige dieser Bücher werden seit Sonntag in einer Ausstellung gezeigt.
Leipzig (dpa) - Die Universitätsbibliothek Leipzig hat ihre Bestände nach Raubgut aus der Nazi-Zeit durchforstet - und wurde tausendfach fündig. Einige dieser Bücher werden seit Sonntag in einer Ausstellung gezeigt.
«Wir wollen die Schicksale der ehemaligen Buchbesitzer ins Zentrum stellen, die deutlich härter waren, als der Buchraub an sich», sagte Bibliotheksleiter Ulrich Johannes Schneider. So erzähle die Ausstellung die Lebensgeschichte einiger vom NS-Regime Verfolgter.
Zwei Jahre lang durchsuchte Kuratorin Cordula Reuß mit einer Mitarbeiterin die bis 1973 angeschafften Bestände der Bibliothek auf Bücher, die vom NS-Regime enteignet worden waren. Knapp die Hälfte der 12 000 untersuchten Bände erwiesen sich als Raubgut. Einige der Bücher werden in der Schau gezeigt.
Die beiden Forscherinnen suchten auch nach den Erben der rechtmäßigen Buchbesitzer. Einige Werke gaben sie zurück, einige der mitunter sehr wertvollen und seltenen Bände sollen nach Wunsch der Angehörigen in der Bibliothek verbleiben. Die Ausstellung ist bis zum 18. März 2012 geöffnet.
news.de/dpa