Wenn das lange Ungeheuer seine Kreise unter der Meeresoberfläche zieht, nimmt es Fahrt auf wie Formel-1-Pilot Schumi auf dem Nürburgring. Und wenn es bei seinen üblen Attacken bis zu 20 Meter monströs aus dem Wasser ragt, erschrecken die Matrosen auf hoher See wie die kleinen Kinder vor dem großen Heffalump aus den Geschichten rund um Winnie Puuh.
Berlin (dpa) - Wenn das lange Ungeheuer seine Kreise unter der Meeresoberfläche zieht, nimmt es Fahrt auf wie Formel-1-Pilot Schumi auf dem Nürburgring. Und wenn es bei seinen üblen Attacken bis zu 20 Meter monströs aus dem Wasser ragt, erschrecken die Matrosen auf hoher See wie die kleinen Kinder vor dem großen Heffalump aus den Geschichten rund um Winnie Puuh.
Die Rede ist von «Moby Dick», der in einer neuen Filmauflage an diesem Sonntag (20.15 Uhr) bei RTL zu sehen ist. Voll digital: Die Computerspezialisten arbeiteten nach den Worten von Tele-München-Produzent Rikolt von Gagern Monate an dem Meeresviech, das die Besatzung des Walfängers «Pequod» um den legendären Kapitän Ahab attackiert. «Mein erstes Segelboot, auf dem ich im Alter von zehn Jahren segeln gelernt habe, hieß "Moby Dick"», berichtete von Gagern dem Kölner Privatsender. «Mein Vater hat mir dann, als ich 16 Jahre alt war, die Verfilmung von John Huston gezeigt.»
Hinzu sei gekommen, sagte von Gagern, dass sein Vater - wie Kapitän Ahab - selbst mit einem «Holzfuß» durchs Leben gegangen sei. «Er war allerdings nicht so verbittert wie die Romanfigur und hat sein Bein auch nicht bei der Jagd nach dem weißen Wal, sondern im Zweiten Weltkrieg auf Sizilien verloren», sagt Produzent von Gagern, der zuvor mit Sebastian Koch in der Hauptrolle für das ZDF den Roman «Der Seewolf» umgesetzt hatte.
Regisseur Huston hatte 1956 die wohl bekannteste Umsetzung von Herman Melvilles Literaturklassiker aus dem Jahr 1851 geschaffen. Nach zwei Verfilmungen mit John Barrymore als Captain Ahab (1926 und 1930) inszenierte Huston «Moby Dick» mit Gregory Peck in der Hauptrolle. 1998 folgte ein TV-Zweiteiler, in dem Patrick Stewart den Part des rachegetriebenen Kapitäns übernahm. Gregory Peck als Ahab bleibt aber bislang unerreicht, auch der für RTL in Kanada und Malta produzierte Abenteuerfilm schafft es nicht, die Filmlegende vergessen zu machen.
Der neue Ahab wird gespielt von William Hurt, der recht blass bleibt. Seine Besessenheit, es mit dem Wal aufzunehmen, erklärt sich bis auf sein Holzbein nur wenig. Als Ahab eine Mannschaft zusammentrommelt, ist - wie in der Originalvorlage - auch der Junge Ishmael (Charlie Cox) dabei, der inmitten des Trubels am Hafen ein Walfangschiff sucht, mit dem er in See stechen kann. Zusammen mit dem heimatlosen Jungen Pip (Daniel Gordon) und dem furchteinflößenden polynesischen Harpunier Queequeg (Raoul Trujillo) heuert er auf der «Pequod» an.
Danach dauert es noch fast 100 Minuten, bis sich «Moby Dick» seinen Ahab schnappt.
news.de/dpa