Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach
Letzte Runde im Kampf um die Liveshows: Beim Supertalent-Casting werden auch Dieter, Motsi und Sylvie wieder auf harte Proben gestellt. Diesmal dabei Fremdschämen mit René, Geruchsbelästigung mit Celebrate und ein harter Kampf Mann gegen Mann.
Seine Norweger-Pullis konnten die Jury nicht überzeugen. Dieter Langbehn kommt mit Filzhut, Kuhglocke und einem Kleiderständer voller Jacquard-Pullover ins Studio. Da Sylvie hofft, es mit einem neuen Fashion-Talent zu tun zu haben, ist sie enttäuscht als der 62-Jährige, der bei seiner Mutter an der Ostsee lebt, plötzlich anfängt zu singen. «Ich bin mit den Bergen verheiratet», ist das Motto des Flachlandtirolers, der sich in der Sendung geirrt zu haben scheint. Deshalb hofft Kandidaten-Dieter vielleicht nach Supertalent doch noch in den Musikantenstadl oder zu Florian Silbereisen eingeladen zu werden. «Es passt alles zusammen, die Pullover mit deiner Stimme. Das ist alles gleichmäßig schlecht», findet Jury-Dieter.
Für gute Stimmung sorgt hingegen die vierjährige Fabienne aus Mainz. «Ich kann mich ganz dolle drehen», verrät sie. Das prädestiniert sie dazu, einen Michael-Jackson-Tanz aufzuführen. Mit zu großer Jacko-Jacke und rosa Glitzerhut steht sie vor Motsi, Sylvie und Dieter. «Warst du nicht vor fünf Jahren auch schon mal da?», fragt das Juryoberhaupt. Den Gag muss er zumindest einer seiner Mitjurorinnen erklären. Und weil die Kleine mit Nachnamen Kuschel heißt, kann Sylvie nicht anders als sie hochzuheben und kräftig, na was wohl ... Mit Hüftwackeln, Purzelbaum und weil sie es offensichtlich wirklich will und nicht nur von der Mama geschickt wurde, kommt sie weiter.
Genau wie die beiden kanadischen Mädels Emile und Myriam, deren Trapeznummer Dieter Bohlen schon zigmal im Fernsehen gesehen hat. Dennoch beugt er sich dem Urteil seiner Jurykumpaninnen, die er liebevoll «Mopsi und Mini» nennt.
Nur die Besten der Allerbesten
«In die Liveshows schaffen es nur die Besten der Allerbesten», sagt Moderator Marco Schreyl. Obwohl Elisabeth Nurija Dotter Priesterin bei den Massai war, von Shamanen vergiftet werden sollte, im arabischen Gefängnis gesessen und einem buddhistischen Mönch Yoga beigebracht hat, können ihre sirenenähnliche Stimme und der Walle-Walle-Tuchtanz die Jury nicht überzeugen. Nicht die erste Niederlage der Thüringerin. Bei einem Casting in Tel Aviv kam sie auch nicht ins Finale. Der Grund? Ihr Visum war abgelaufen. Natürlich.
Ist Stinken ein Talent? Auch wenn es nicht so geplant war, scheint das Party-Duo Celebrate aus Dresden eine Zumutung für die Geruchsnerven zu sein. T-Man und Chris zeigen zwar eine ordentliche Partynummer auf der Bühne, die Sylvie zum Armeschwenken und Motsis Brüste zum Beben bringen. Dieter Bohlen hält sich allerdings lieber die Nase zu. «Ihr müsst mir einen Gefallen tun, wascht mal endlich eure Anzüge. Oder euer Deo hat versagt.» Dass Mief nichts über den Charakter aussagt, wussten schon die Doofen. Deshalb sehen wir die beiden in ihren roten und lila Anzügen mit Tierfellmuster-Applikation in der Liveshow wieder. Über die Defizite im Gesang riecht Dieter hinweg. «Ihr seid ein Showduo und habt gut performt. Ein bisschen Milli Vanilli ist dabei.»
Langweiliger geht es bei Diplommusikerin Ingeborg Stein und ihrem futuristischen Glas-Metall-Instrument Cristal Bachet zu. Das sieht zwar aus wie eine Zeitmaschine, wie sie sich Dieter Bohlen als kleiner Junge vorgestellt hat, könnte seiner Meinung nach aber auch Tinnitus-Orgel heißen.
«Die Löwen in Afrika klingen nicht so»
Wer sich bis dahin noch nicht genug fremdgeschämt hat, kommt bei René Dastrange auf seine Kosten. Der 18-Jährige aus Essen hat drei Talente oder wie er sagt «three talents». TV-Moderatoren erkennen ist keines davon. Er hält Marco Schreyl für Kai Pflaume und glaubt das wahrscheinlich bis heute. Sein wahres Talent ist Tiere imitieren. Dieter hätte gern eine Fledermaus und einen Igel gesehen. Kann René nicht. Motsi fragt nach einem Löwen. Er reißt den Mund auf und lässt ein Brüllerchen los. «Die Löwen in Afrika klingen nicht so», findet die Jurorin. «Ich komm ja auch nicht aus Afrika.» Stimmt, er kommt aus Essen.
Zweites Talent: Auf einer auseinandergebauten Playstation Umbrella von Rihanna spielen. Wie das gehen soll? Weiß René offensichtlich auch nicht. Zurecht fragt Dieter Bohlen: «Meinst du, dass mit deiner Festplatte alles okay ist?» Denn als dritten Streich balanciert der Teenager hüpfend und rückwärtslaufend eine Einweg-Plastikflasche im Nacken. «Gib's zu, das war totaler Mist», sagt er einsichtig, droht aber «Ich geh hier nicht eher weg, bevor ich drei Ja habe.» Daniel Hartwig entsorgt die Flasche - und das Plastik.
Kampf der Titänchen
Erst ganz am Schluss kommt das, worauf RTL schon den ganzen Samstag im Programm hingewiesen hat. Deshalb scheint es, der Kampf der Titanen zu werden. Jeweils zwei Kandidaten, die Ähnliches performen, sollen im direkten Duell gegeneinander antreten. Die Imitatoren Orkan (Pitbull) gegen Mark (Modern Talking) und die Frauenschwarm-Solosänger Daniel Lopes gegen Julian Pecher.
«Normalerweise hat ein Mensch normale Angst, aber ich habe überdimensionale Angst», sagt Mark vor seinem Auftritt. Er singt dann aber mit solcher Inbrunst You're My Heart, You're My Soul, dass selbst Dieter Bohlen («Ich kann nicht für meine eigene Nummer stimmen») nicht anders kann, als ihn in die Liveshow weiterkommen zu lassen.
«Alles was ich falsch gemacht habe bei DSDS, kann ich vielleicht heute besser machen», schwört sich Daniel Lopes vor seinem Auftritt ein. In der ersten DSDS-Staffel war er ja schon in den Liveshows. Allerdings durfte er wegen eines Texthängers die Bühne schon bald nicht mehr betreten. Bei Hero von Enrique Iglesias passiert ihm dasselbe.
Julian singt Father And Son und Dieter Bohlen entscheidet ganz ohne Juryberatung. «Du warst um Klassen besser.» Für Daniel sieht er allerdings Schwarz: «Wo soll Daniel jetzt noch auftreten?» War wohl eher ein Kampf der Titänchen.
Das Supertalent verpasst? Hier können Sie die komplette Folge anschauen.
Bestes Zitat: Elisabeth Nurija Dotter erzählt, dass Shamanen sie mit Quecksilber vergiften wollten. Außerdem werde sie gleich singen und tanzen. Dieter Bohlen: «Du bist dir sicher, dass die dich nicht deshalb umbringen wollten.»
cvd/news.de
Langweilig war die Musikerin mit ihrem Bachet-Instrument ganz bestimmt nicht. O.k., sie hat einen unglüclichen Titel hierfür gewählt. Doch hätte sie ein Weiterkommen verdient, allein schon wegen dem Instrument, dessen Potential v.a. für die Klassik wohl nicht nur ich näher kennengelernt hätte. Und wer so ein exotisches Instrument beherrscht hat Talent! Aber wie so oft, gerade bei solchen Performances merkt man, welche Banausen in der Jury sitzen. Oder was soll man von einem Bohlen halten, der Händels La Chia do Pangha für Kirchenmusik hält?
jetzt antwortenKommentar melden