Von news.de-Volontärin Juliane Ziegengeist
Ein RTL-Eventmovie mit Starbesetzung: Oscarpreisträger William Hurt will in der Neuverfilmung Moby Dick dem legendären Pottwal an den Kragen. Und Ethan Hawke hat was dagegen. RTL zeigt den aufwendig inszenierten Abenteuerfilm heute Abend erstmals im Free-TV.
Er ist der bekannteste Pottwal der Weltgeschichte: Der Mythos Moby Dick aus Herman Melvilles gleichnamigem literarischem Meisterwerk von 1851 ist noch immer lebendig. Dabei erfuhr der Autor zu Lebzeiten gar nicht, welche breite Anerkennung die Erzählung seines 900 Seiten und 135 Kapitel fassenden Buches finden sollte. Diese hat sie vor allem zahlreichen Jugendbuchadaptionen, Hörspielen sowie TV- und Kinofilmen des 20. und 21. Jahrhunderts zu verdanken.
2010 schickte sich die deutsche Produktionsfirma Tele München an, den Roman neu zu verfilmen. Mit einem Budget von 18,4 Millionen Euro und einer Starbesetzung aus William Hurt, Ethan Hawke, Donald Sutherland und Gillian Anderson versprach sie ein spektakuläres Eventmovie. RTL zeigt den Streifen, der eigentlich ein Zweiteiler ist, heute Abend zur Prime-Time in einer auf zwei Stunden zusammengekürzten Fassung.
Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Der in die Jahre gekommene Kapitän Ahab (William Hurt) bläst aus blinder Wut auf den weißen Pottwal Moby Dick, der ihm einst ein Bein abgebissen hat, zum Himmelfahrtskommando. Er will das Tier töten. Während die Besatzung des Walfangschiffes Pequod ein großes Abenteuer wittert, ahnt ihr erster Offizier Starbuck (Ethan Hawke), dass das nicht gut gehen kann. Ein Psychokrieg beginnt.
Jagd auf einen weißen Schatten
Der Film bleibt - wie die bisher bekannteste Verfilmung von 1956 mit Gegory Peck als Kapitän - nah an den Figuren der Romanvorlage und konzentriert sich auf das Geschehen an Deck der Pequod. Dort werden Wale zerlegt und Machtkämpfe ausgetragen - all das unter dem Kommando des rachsüchtigen Ahab, dessen Unerbittlichkeit und Wahn Oscarpreisträger Hurt gekonnt ausspielt. Auch Hawke als sein Gegenspieler und Jungstar Charlie Cox in der Rolle des blauäugigen Matrosen Ismael, der als Erzähler auftritt, überzeugen mit ihrem intensiven Spiel.
Um die Parabel auf den Kampf zwischen Mensch und Natur authentisch umzusetzen, wurde Moby Dick in einer kleinen kanadischen Haftenstadt nahe Halifax sowie vor der Küste Maltas mit zwei eigens für den Abenteuerfilm umgebauten Schiffen gedreht. Die Szenen auf hoher See wirken daher authentisch, der Kampf mit der Gewalt des Meeres wurde glaubwürdig inszeniert. Nur der Wal entstand natürlich am Computer und ist vor allem als weißer Schatten im tiefen Blau des Ozeans zu sehen.
Die Macher des Hochsee-Thrillers sind bereits erfahren, was Buchverfilmungen angeht. Regisseur Mike Barker und Drehbuchautor Nigel Williams bescherten dem ZDF 2009 eine Neuauflage von Der Seewolf (mit Sebastian Koch in der Hauptrolle) - mit mäßigem Erfolg. Schon damals war die Filmkonkurrenz der anderen Sender zu groß. Auch Moby Dick wird es gegen Tatort: Ein ganz normaler Fall (Das Erste, 20.15 Uhr) und Jumper (Pro7, 20.15 Uhr) schwer haben. Wohl auch deshalb erscheint das Abenteuer einen Tag nach Ausstrahlung gleich auf DVD und Blu-Ray.
Bestes Zitat: «Da draußen ist kein Feind, der einzige Feind steht mir gegenüber.» (Starbuck begehrt sich gegen Kapitän Ahab auf)
Titel: Moby Dick
Regie: Mike Barker
Darsteller: William Hurt, Ethan Hawke, Charlie Cox, Donald Sutherland, Gillian Anderson
Sendetermin: Sonntag, 27. November 2011, 20.15 Uhr, RTL