Es ist das tragische Ende einer Partynacht: Eine junge Frau wurde vergewaltigt, vom Täter fehlt jede Spur. Jemand hat ihr K.o.-Tropfen verabreicht, aber nicht irgendjemand. Er muss aus ihrem Freundeskreis stammen. Für das Opfer beginnt ein Kampf gegen die Ungewissheit. Heute im ZDF.
Johanna, Anfang 30, ist innerhalb kürzester Zeit ein anderer Mensch geworden. War sie gestern noch heiter, gesellig, so ist sie heute depressiv, launisch und verängstigt. Der Grund ist eine Party, die völlig aus den Fugen geraten ist. «Es war einer von uns», bleibt ihr als schreckliche Gewissheit. So heißt auch das TV-Drama, das heute Abend im ZDF gezeigt wird.
Johanna (Maria Simon) ist vergewaltigt worden, nach der Party bei ihren Freunden Leonie (Anja Kling) und Björn (Devid Striesow). Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Die Polizei rekonstruiert später: Johanna sind K.o.-Tropfen verabreicht worden, als sie ihr Glas kurz unachtsam abgestellt hatte. Die narkotisierende Wirkung trat eine knappe halbe Stunde später ein, als Johanna nachts mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Sie stürzte, der Täter fiel über sie her. Erst am nächsten Morgen wacht Johanna auf.
Die Suche der engagierten Polizistin Ute Burckhart (Johanna Gastdorf) bleibt ergebnislos. Denn alle Männer, so stellt sich heraus, haben ein Alibi. Auch die Mobiltelefonrecherche bleibt ohne Erfolg. Keines der Handys hat im Umfeld des Tatorts Signale hinterlassen. Der Täter muss gewusst haben, was passieren würde, und hat sein Telefon zu Hause gelassen. Ein perfektes Verbrechen also? Der Privatdetektiv Christburger (Rainer Sellien), den Johanna in ihrer Verzweiflung engagiert, findet dann doch eine Spur.
Björn war entgegen seiner Aussage nachts nicht doch noch nur in seinem Büro, um an einem Auftrag zu arbeiten, sondern fuhr mit dem alten Alfa Romeo in eine nahe gelegene Tankstelle, wie die Auswertung der Überwachungskamera ergab. Warum hat Björn den Ausflug verschwiegen? Aus Angst, zum Kreis der Verdächtigen zu gehören? Oder weil er der Täter ist? Johanna dreht durch. Leonie bricht mir ihr, Johanna setzt Björn eine Pistole an den Hals. Die Situation eskaliert.
K.o.-Tropfen als unsichtbare Gefahr
Kai Wessels Film Es war einer von uns erzählt nicht nur die kriminalistische Aufarbeitung eines Verbrechens, sondern auch die Geschichte von Freundschaft und Vertrauen und wie leicht die sicher geglaubten Werte angesichts der Ereignisse zerbrechen können. Der Film greift auch ein Thema auf, das sich nicht nur allein in der fiktiven Filmwelt abspielt: Immer öfter werden Menschen auf Partys mit K.o.-Tropfen betäubt und dann ausgeraubt oder vergewaltigt. Die Opfer merken zunächst nichts. Unauffällig mischen die Täter in der Bar etwas in die Getränke, so dass ihre Opfer schläfrig und willenlos werden.
Was genau aber sind K.o.-Tropfen? Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin nutzen Kriminelle vor allem Gammahydroxybuttersäure (GHB): «GHB ist eine farblose Flüssigkeit, die leicht Getränken untergemischt werden kann, ohne dass das Opfer dies bemerkt», so der Verband. Für die Opfer ist es später meist schwer nachzuweisen, dass sie mit K.o.-Tropfen betäubt wurden. Denn schon nach ungefähr sechs Stunden hat der Körper den Stoff vollständig abgebaut. Opfer sollten sich nicht zurückziehen, sondern Unterstützung suchen. Laut dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe erinnerten sich die meisten nach und nach zumindest an Bruchstücke der Tat. So geschieht es auch dem Opfer im Film.
Bestes Zitat: «Es ist extrem wichtig für mich, zu rekonstruieren, wer wann wo war.» (Johanna will den Täter finden.)
Titel: Es war einer von uns
Regie: Kai Wessel
Darsteller: Maria Simon, Anja Kling, Devid Striesow, Patrick Heyn
Sendetermin: Montag, 21. November 2011, 20.15 Uhr, ZDF