So., 27.05.12

Musik 03.11.2011 CYHSY: Auf der Suche nach der Hysterie

CYHSY: Auf der Suche nach der Hysterie (Foto)
CYHSY: Auf der Suche nach der Hysterie Bild: dpa

Man hat sich schon gefragt, ob sie jemals wiederkommen. Seit 2007 war die US-Musikgruppe Clap Your Hands Say Yeah - kurz CYHSY - wie vom Erdboden verschluckt. In Internetforen machten Gerüchte über einen möglichen Streit unter den Bandkollegen die Runde, von Trennung war die Rede.

Berlin (dpa) - Man hat sich schon gefragt, ob sie jemals wiederkommen. Seit 2007 war die US-Musikgruppe Clap Your Hands Say Yeah - kurz CYHSY - wie vom Erdboden verschluckt. In Internetforen machten Gerüchte über einen möglichen Streit unter den Bandkollegen die Runde, von Trennung war die Rede.

Alles falsch - mit ihrem dritten Studioalbum «Hysterical» haben sich die Indie-Rocker zurückgemeldet. «Wir brauchten ein wenig Zeit für uns - und zum Nachdenken. Das ist alles», sagt Frontmann Alec Ounsworth im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Rund fünf Jahre ist es her, seit die CYHSY aus einem Keller im New Yorker Stadtteil Brooklyn gewaltige Rocknummern übers Internet in die Welt verschickte. Das selbstbetitelte Debütalbum verbreitete sich in Windeseile - zuerst in der Szene, dann bei einem einem breiten Publikum. Mit «The Skin Of My Yellow Country Teeth» landete die Band einen Hit und konnte bald so prominente Musiker wie David Bowie und David Byrne zu seinen Fans zählen. Die Nachfolgeplatte «Some Loud Thunder» (2007) schlug in die gleiche Kerbe und bestätigte den Hype um die fünf Musiker. Danach wurde es jedoch - abgesehen von einem gefälligen Soloalbum Ounsworths - ruhig um die Band.

Mit den zwölf Songs auf «Hysterical» spielen CYHSY nun so etwas wie ein Comeback durch - gemäß dem Motto «Alles beim Alten». Drängende Bass-Schlagzeug-Kombo, Gitarren-Wand, sperrige Keyboardsounds und dazu Ounsworths Falsett. Das alles kennt man, hysterisch ist daran wenig.

Insgesamt gibt es weniger Ecken und Kanten als bei den Vorgängern. «Die Platte sollte uns allen gefallen, vor allem nach so langer Auszeit», erläutert Ounsworth, dessen Handschrift verblasst ist. Bei so viel Kompromiss scheint die Experimentierfreudigkeit ein wenig gelitten zu haben. Der Album-Titel - Hysterie als Konzept trägt hier weniger denn möglicherweise schlicht als Kaufanreiz.

«Misspent Youth» leiert in monotoner Melancholie daher. Und beim Song «Maniac» geht es so lange auf und ab, bis man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. «Same Mistake» drängt sich impulsiv nach vorne, will gehört werden und hat das Zeug zum Hit.

Meldodisch und gut hörbar sind die neuen Songs - ohne Frage. Es fehlt nur die durchgeknallte Begeisterung für die Musik. Aber vielleicht ist die Band auch schlicht erwachsener geworden? «Diese Platte ist ein gutes Beispiel, wie sich eine Band weiterentwickeln kann», erzählt Ounsworth. «Unter den Umständen ist es vielleicht das beste Album, das wir schaffen konnten.» Was das bedeuten soll, bleibt jedem selbst überlassen.

CYHSY Website

news.de/dpa
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