Der Deutsche Kulturrat befürchtet eine Schwächung der Unesco, weil die USA ihre Beitragszahlungen für die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur vorerst gestoppt haben. Dies war eine Reaktion auf die Aufnahme Palästinas in die Unesco.
Berlin (dpa) - Der Deutsche Kulturrat befürchtet eine Schwächung der Unesco, weil die USA ihre Beitragszahlungen für die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur vorerst gestoppt haben. Dies war eine Reaktion auf die Aufnahme Palästinas in die Unesco.
Der Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, kritisierte in einer Mitteilung, die nun zu erwartenden Einschnitte im Unesco-Etat könnten auch zulasten wichtiger Programme wie der Alphabetisierung gehen. Washington bestreitet 22 Prozent des Unesco-Etats.
Der Kulturrat begrüßte es gleichzeitig, dass mit der Aufnahme Palästinas in die Unesco für die palästinensische Autonomiebehörde der Weg frei sei, um die Aufnahme Jerichos und der Geburtskirche Jesu in Bethlehem in das Weltkulturerbe zu beantragen.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, bezweifelte allerdings, «ob der Beitritt zur Unesco das richtige Instrument ist, um der völkerrechtlichen Anerkennung Palästinas näherzukommen.» Allerdings sei die Reaktion der USA keine angemessene Reaktion auf eine demokratische Entscheidung einer UN-Organisation, kritisierte er. Jetzt gehe es darum, die Erosion der Unesco aufzuhalten.
news.de/dpa