Musik Mariachi El Bronx: Punkrock-Power trifft auf Texmex

Mariachi El Bronx: Punkrock-Power trifft auf Texmex (Foto)
Mariachi El Bronx: Punkrock-Power trifft auf Texmex Bild: dpa

Mariachi El Bronx - das hört sich nach einer kruden Mixtur aus mexikanischer Folklore und Punkrock an. Man erwartet also das musikalische Äquivalent zu Spiegelei mit Nutella - und wird mehr als angenehm überrascht.

Berlin (dpa) - Mariachi El Bronx - das hört sich nach einer kruden Mixtur aus mexikanischer Folklore und Punkrock an. Man erwartet also das musikalische Äquivalent zu Spiegelei mit Nutella - und wird mehr als angenehm überrascht.

Denn was die jungen Burschen der Hardcore-Band The Bronx mit Hilfe von Guitarrón, Jarana, Trompeten und Geigen auf ihrem zweiten Album zusammenbrauen, klingt wie eine aufgeraute Adrenalin-Version der Texmex-Rocker Calexico oder Los Lobos - also ganz großartig.

Sänger Matt Caughthran hat noch diesen aufmüpfigen Unterton in der Stimme, der schon die Punk-Songs von The Bronx so attraktiv machte. Aber jetzt brettern dazu nicht die elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug, sondern überwiegend folkloristisch angehauchte Saiten- und Blasinstrumente. Dem prächtigen Schwung der zwölf englisch gesungenen Songs kann das nichts anhaben - im Gegenteil: «Mariachi El Bronx (II)» (Wichita/PIAS/Rough Trade) bietet tolle Tanzmusik sowohl für Indierock- als auch Weltmusik-Fans.

Das Bandprojekt Mariachi El Bronx wurde schon 2006 aus der Taufe gehoben, als The Bronx vor einem Unplugged-Auftritt beschlossen, mal etwas ganz Anderes auszuprobieren. Also adaptierten sie einen typischen Musikstil ihrer Heimatstadt Los Angeles und schrieben dafür eigene Songs. Wenig später schloss sich Vincent Hidalgo, Sohn des legendären David Hidalgo (Los Lobos, Latin Playboys), der neuen Mariachi-Rock-Combo an.

Klang das erste Album noch etwas holprig, so kann der Nachfolger nun voll überzeugen. In der Ballade «Fallen» verbreitet Caughthran reichlich Herzschmerz, im anschließenden Akkordeon-Schunkler «Norteno Lights» fühlt man sich wie auf einem Dorffest in Tijuana, auch «Revolution Girls» und «Map Of The World» wiegen sich im satten Gitarren- und Blechbläser-Sound. Der Folklore-Anteil dominiert - vor allem im Titelsong, der mit Reyna De Los Angeles das angeblich erste rein weibliche Mariachi-Ensemble der USA in den Mittelpunkt stellt.

Volle Punktzahl für Mariachi El Bronx - so lässt man sich sogar Spiegelei mit Nutella gern gefallen.

news.de/dpa

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