Vier Punk-Vamps lassen sich von den frühen Pretenders, Blondie und Phil Spectors Breitwandsound begeistern, schreiben Songs, die sich genau danach anhören - und haben Erfolg damit.
Berlin (dpa) - Vier Punk-Vamps lassen sich von den frühen Pretenders, Blondie und Phil Spectors Breitwandsound begeistern, schreiben Songs, die sich genau danach anhören - und haben Erfolg damit.
So lässt sich das Rezept der Dum Dum Girls für ihr zweites Album "Only In Dreams" (Sub Pop/Cargo) zusammenfassen. Wie schon beim energiegeladenen Debüt "I Will Be" ist hier also gar nichts neu oder sonderlich ambitioniert. Aber es macht ungeheuer Spaß, diesen vier jungen Frauen beim Krachmachen im Stil der berühmten Sixties-Girlgroups zuzuhören.
Sängerin und Songschreiberin Dee Dee (mehr als solche an die Ramones erinnernden Klischeenamen geben die Dum Dum Girls nicht preis) haut eine heftig hallende Gitarrenpop-Hymne nach der anderen heraus. Das Schlagzeug von Sandy poltert hübsch monoton, dazu geben Jules (Gitarre) und Bambi (Bass) an den Saiten ordentlich Gas.
Meist erinnert der Gesang an Chrissie Hynde zu rotzigsten Pretenders-Zeiten Anfang der 80er Jahre, manchmal aber auch an die tolle Country-Shouterin Neko Case. Mit "Coming Down" haben die Dum Dum Girls diesmal sogar eine schöne Ballade im Programm, die mit sechseinhalb Minuten das übliche knackig-kurze Songformat weit übersteigt.
Der legendäre Produzent Richard Gottehrer (Blondie, Go-Go's) tat gut daran, die noisige Energie der vier US-Mädels nicht in irgendwelche Mainstream-Bahnen zu lenken. "Only In Dreams" ist purer Bubblegum-Pop, der gute Laune machen soll. Ob diese Mixtur noch ein drittes Album hergibt, ist eine ganz andere Frage.
news.de/dpa