Von news.de-Volontärin Juliane Ziegengeist
Ein eigenwilliger Hund mit Knopfaugen stellt Jennifer Aniston und Owen Wilson in Marley & Ich vor große Herausforderungen - zerfetzte Möbel und lädierte Postboten inklusive. Trotzdem wird die tierische Nervensäge unentbehrlich. Heute Abend randaliert sie erstmals im Free-TV.
Er ist der beste Freund des Menschen. Eine treue Seele, die nicht lügt, und einem, wenn man Glück hat, morgens die Zeitung bringt. Der Hund ist das wohl beliebteste Haustier der Welt. Marley, ein Labrador Retriever, ist ein ganz besonders süßes Exemplar. Darum können ihm Jennifer Aniston und Owen Wilson in der Komödie Marley & Ich auch kein bisschen böse sein, wenn er das Haus verwüstet oder den Postboten attackiert. RTL zeigt den Kinoerfolg von 2008 heute Abend in einer Free-TV-Premiere.
Aniston und Wilson mimen darin das Journalistenehepaar Jenny und John Grogan, das sich mit dem Vierbeiner schon einmal auf ein Familienleben zu dritt vorzubereiten versucht. Schon als Welpe bringt Marley den Alltag von Frauchen und Herrchen gehörig durcheinander. Von der Hundeschule fliegt das eigensinnige Tier in hohem Bogen. Marley ist eben ein Hund mit Charakter, der sich nicht so leicht etwas sagen lässt - wie könnte man sich besser auf Kinder vorbereiten?
13 Jahre begleitet Marley im Film seine Halter - genauso wie der Hund von Autor John Gorgan im wahren Leben. Er lieferte mit dem autobiografischen Roman Marley & Me die Vorlage zum Film, die in England und Amerika ein Bestseller wurde, und lieh der männlichen Hauptfigur schließlich auch seinen Namen. Auf der Leinwand wird Marley von insgesamt 22 verschiedenen Vierbeinern verkörpert, einer süßer als der andere. Mit jedem hat Cheftiertrainer Mark Forbes ganze Arbeit geleistet, denn die flauschigen Tiere schleichen sich nicht nur in das Herz ihrer Filmeltern, sondern auch in das der Zuschauer. Zum Kinostart in den USA, der passenderweise auf Weihnachten 2008 fiel, spülte die tierische Komödie ungeahnt viel Umsatz in die Kassen: 123 Millionen Euro.
Tierkomödie und Beziehungsdrama
Das hat der Film vor allem seinem sympathischen Protagonistentrio zu verdanken. Aniston und Wilson sind für kurzweilige Unterhaltungskomödien immer gut und wenn dann auch noch ein so chaotisches und gleichsam liebenswertes Fellknäuel wie Marley mitspielt, ist der Erfolg vorprogrammiert. Da macht es auch nichts, dass die Dinge, die Marley anstellt, alle schon einmal dagewesen sind, dem Hundebesitzer im Publikum dafür umso bekannter vorkommen dürften.
Denen wird auch die Liebe zum Haustier, die in Marley & Ich zelebriert wird, geläufig sein. Weil es nicht nur ein Tierfilm ist, sondern auch ein Funke Beziehungsdrama darin steckt, können alle anderen die Szenen einer ganz normalen Ehe studieren - wie sich Jenny und John streiten, wieder versöhnen, Kinder kriegen, umziehen, den Job wechseln, ihr Leben führen eben. Und auch für Singles gibt es eine Blaupause: Grey-Anatomy-Hottie Eric Dane spielt einen ledigen Freund des Paares und geht mit Marley am Strand auf die Pirsch.
Bei Marley & Ich ist folglich für jeden etwas dabei - viel Tierliebe, ein paar Lacher und ein Hauch Drama. Auch wenn der Stoff arg konventionell ist und Marley so manche Storylücke auffangen muss, hat Regisseur David Frankel (Der Teufel trägt Prada) die Romanvorlage hollywoodreif inszeniert. Die Hauptdarsteller - Wilson als zweifelnder Ehemann und Aniston als dessen emotionale Frau - funktionieren. Und Marley, der sie persönlich und als Paar vor einige Zerreißproben stellt, ist im wahrsten Sinne des Wortes goldig. Prädikat: Sonntagabendtauglich.
Bestes Zitat: «Einen Hund interessiert es nicht, ob du arm bist oder reich. Wenn du ihm dein Herz schenkst, schenkt er dir seins.»
Titel: Marley & Ich
Regie: David Frankel
Darsteller: Jennifer Aniston, Owen Wilson, Alan Arkin, Eric Dane, Kathleen Turner
Filmlänge: 120 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: 20th Century Fox
Erstausstrahlung: Sonntag, 16. Oktober 2011, 20.15 Uhr, RTL