Literatur
Wolfgang Koeppens Spätwerk wird erforscht

Das Spätwerk des Schriftstellers Wolfgang Koeppen (1906-1996) soll an der Universität Greifswald intensiv erforscht werden. Ein Schlüssel sind rund 1300 Typoskriptseiten Koeppens zu seinem Prosatext «Jugend», wie der Literaturwissenschaftler und Leiter des Wolfgang-Koeppen-Archivs, Eckhard Schuhmacher, sagte.

Greifswald (dpa) - Das Spätwerk des Schriftstellers Wolfgang Koeppen (1906-1996) soll an der Universität Greifswald intensiv erforscht werden. Ein Schlüssel sind rund 1300 Typoskriptseiten Koeppens zu seinem Prosatext «Jugend», wie der Literaturwissenschaftler und Leiter des Wolfgang-Koeppen-Archivs, Eckhard Schuhmacher, sagte.

Der autobiografisch gefärbte Text «Jugend» war nach einer langen Schreibpause Koeppens im Jahr 1976 erschienen. Die in 32 Mappen verwahrten Typoskriptseiten mit handschriftlichen Notizen, Varianten und abweichenden Entwürfen befinden sich im Greifswalder Koeppen-Archiv. Der Nachlass kam 1997, ein Jahr nach dem Tod des Literaten, von München in die Geburtsstadt des Schriftstellers.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund 340 000 Euro. Mit seiner Trilogie «Tauben im Gras» (1951), «Das Treibhaus» (1953) und «Der Tod in Rom» (1954) gilt Koeppen als einer der großen deutschen Nachkriegsautoren. Koeppens Spätwerk ist bisher wenig erforscht.

Bereits in den 60er Jahren, nach dem Wechsel zum Suhrkamp-Verlag, wurde über das Schweigen Koeppens spekuliert, der mit seiner Nachkriegstrilogie große Erfolge gefeiert hatte. In dem Forschungsprojekt soll auch geklärt werden, ob Koeppen angesichts der umfassenden Unterlagen auf ein anderes größeres Projekt - den lange erwarteten Roman - abzielte, sagte Schuhmacher. Damit könnte die Auswertung der Dokumente neue Perspektiven auf das Spätwerk Koeppens eröffnen.

news.de/dpa

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